Der Klimawandler – Corvette ZR1

Das europäische Supersportwagenestablishment bekommt einen neuen Gegner. Nachdem die Corvette der Baureihe C6 nach Ihrem Erscheinen die Konkurrenz à la BMW M3 und Porsche 911 Carrera in Staunen versetzte zündete man bei GM mit der Sportversion Z06 die nächste Stufe. Selbst Ausnahmesportler wie der aktuelle Porsche GT2 sind nicht im Stande der Vette davonzufahren. Der blattgefederte Kunststoffsportwagen ist vom Cruiser zum ernstzunehmenden Racer gereift. Scheinbar aber nicht ernst genug.

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Downsizing ist das Schlagwort der Automobilkonzerne um den Flottenverbrauch in den Griff zu bekommen. Kleine Hubräume sorgen für kleinere Verluste und somit höheren Wirkungsgrad. Per Zwangsbeatmung hebt man dann die Leistung wieder auf das alte Niveau und fertig ist der Umweltmotor. Das erkannte man auch bei GM und präsentierte die neue Corvette ZR1.

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Nicht etwa der 7-Liter-Drehzahlmotor aus der Z06 wurde als Basis weiterer Optimierungen genommen, nein, es wurde down gesized. Man griff auf den kleinsten V8 aus dem Corvette Programm zurück und bestückte ihn mit einem Kompressor.
Das der kleinste Motor immer noch einen Hubraum von 6,2 Litern hat und der Kompressor die neueste Entwicklung von Eaton ist spricht dafür, dass Sparsamkeit hier nichts mit Spaßarmkeit zu tun hat.

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620 PS und 823 Nm. Das sind echte Detroiter Kennwerte. Wo sich deutsche Ingenieure mit Expansionssauganlagen, variablen Ventilhüben und –steuerzeiten schmücken ist man jenseits des großen Teichs stolz darauf die scharfen Nockenprofile der Z06 entschärft haben zu können und so die Fahrbarkeit im unteren Drehzahlbereich verbessert zu haben. Das ist Understatement das gefällt.

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Rennsportschaltgetriebe, Zweischeibenkupplung, Magnesium-, sowie Carbonteile aus der Z06, 335er Semislicks an der Hinterachse, Keramikbremsen und ein spezielles Rennstreckensetup für das einstellbare Fahrwerk lassen darauf schließen, dass hier ein Gegner für die ganz Großen vom Schlage eines Lamborghini Murciélago LP640, Ferrari 599 GTB und Dodge Viper entstanden ist.
Von außen erkennt man die ZR1 nur an ihren Schriftzügen und an etwas veränderten Lufteineinlässen und Flügelprofilen. Im Innenraum ist es gewohnter C6 Standard – etwas zu weich, etwas zuviel Plastik.

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Der Preis jedoch wird hoffentlich wieder versöhnlich stimmen. „Mit der neuen ZR1 will Chevrolet einen amerikanischen Supersportwagen präsentieren, der gerade einmal die Hälfte, ein Drittel oder nur ein Viertel eines exotischen Supersportwagens kostet“, so die Aussage von Chevrolets Manager Ed Peper. Bleibt zu hoffen, dass die ZR1 schnell Ihren Weg nach Deutschland findet, doch der Liefertermin ist genauso geheim wie der Preis.

Die Supersportwagenliga kann sich jedenfalls schon einmal warm anziehen bis die jüngste Vette das Klima wandelt…

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