Das Ende des Traums ? – Wiedeking und Härter vor dem Aus.

Wer hätte das gedacht: das vor wenigen Monaten noch bejubelte Manager-Duo Wiedeking und Härter steht scheinbar mit dem Rücken zur Wand.

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Warum? Die Übernahme von VW durch Porsche ist für den Sportwagenbauer derzeit nicht zu finanzieren. Über Fünfzig Prozent der Anteile an VW hält die Porsche Automobil Holding derzeit – nicht genug für eine Machtübernahme: Dafür sind 75 Prozent nötig, um die Sperrminorität des Landes Niedersachsens (20 Prozent der Anteile) zu brechen.

Das Problem der Manager aus Stuttgart ist die Verschuldung. Bereits jetzt lasten neuen Milliarden Euro auf dem Unternehmen und die Zinsen zehren beinahe den gesamten operativen Gewinn des Unternehmens auf.

Um jenes Problem zu umgehen probierte Wiedeking einen Griff in die Geldkasse der Wolfsburger, doch sein Gewinnabführungsvertrag scheiterte nicht nur an Ministerpräsident Wulff (CDU), sondern wohl auch an VW-Aufsichtsratchef und Konzernpatriarch Ferdinand Piëch.
Wiedeking und sein Finanzvorstand Härter stehen nun also vor einem Scherbenhaufen: Die Übernahme hat den Konzern finanziell massiv belastet und eine Besserung ist solange nicht in Sicht, bis man sich in Wolfsburg am cashflow bedienen kann – was aber nur nach einer weiteren Aufstockung der Anteile funktionieren würde. Doch dafür ist im Moment schlicht und einfach kein Geld da.

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Um den Plan doch noch in die Tat umzusetzen ist die Porsche Holdung derzeit auf Investorensuche für eine Kapitalerhöhung. Laut welt.de soll der Emir von Katar bereits Interesse bekundet haben.

Für Wiedeking wäre dies die Rettung in höchster Not, denn in der letzten Woche wurde sein Posten bereits heftig in Frage gestellt. Die Fachpresse berief sich auf Äußerungen beider Eignerfamilien – Porsche und Piëch – wonach die Entlassung Wiedekings und Härters bereits beschlossene Sache sei.

Zwar sollte man diese Meldungen mit Vorsicht genießen, schließlich ist offiziell noch alles im grünen Bereich und Porsche Aufsichtsratchef Wolfgang Porsche erklärte die Gerüchte für „völligen Quatsch“.
Was bleibt ist das ramponierte Image: Die Porsche-Familie stand schon immer den beiden Stuttgarter Managern näher, doch der eigentliche Gegner sitzt in Wolfsburg.

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Ferdinand Piëch träumte zwar schon immer davon den Familienkonzern zu vereinen, doch der Weg, den Wiedeking und Härter gingen, schien nicht ganz seinem Willen zu entsprechen.
Umso interessanter sind deshalb auch „seine“ Pläne: um die Schulden der Porsche Holding zu drücken lässt er ein Übernahmeangebot von Porsche’s Automobilsparte, die zu 100% der Holding gehört, durchrechnen.

Mit diesem Schachzug könnten nicht nur die Schulden der Holding gedrückt werden, sondern VW zum Machthaber an Porsche aufsteigen und gleichzeitig würde die Holding zum reinen Finanzunternehmen degradiert werden.

Ob Piëch das Unternehmen dann nach seinen Vorstellungen aufzieht und Martin Winterkorn als Nachfolger von Wiedeking aufstellt bleibt abzuwarten.

Eins ist jedoch sicher: es bleibt weiter spannend im Machkampf rund um VW und Porsche. Bleibt zu hoffen, dass neben allen Anteils-, Investitions- und Machtrangeleien das Kerngeschäft nicht vernachlässigt wird. Denn damit hat Wiedeking seinen eigentlichen Aufstieg geschafft: als er 1992 zum Porsche-Chef wurde stand das Unternehmen der Pleite nahe. Wiedeking durchbrach die vorhandenen Strukturen und betrat mit neuen Strukturen und Baureihen Neuland. Sein Erfolg war atemberaubend und man kann davon ausgehen, dass WW sicher noch das ein oder andere Ass im Kampf gegen seine Entlassung im Ärmel hat.

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