three letters, not three lions – der neue Mini JCW

Fußball braucht Drama, so erkannte es Subtil-Humorist Günter Netzer scharfsinnig, nachdem das nicht gegebene 2:2 der Engländer für viel Aufregung sorgte. Doch Drama braucht es nicht nur im Fußball, sondern auch beim Fahren.


Warum? Weil es sonst nur noch VW und Toyota als Hersteller gäbe – und ein Blick auf die Marktanteile dieser beiden Hersteller zeigt, wie schlimm es um das Drama bei unseren Automobilen bestellt ist…

Deshalb haben wir die Nachrichten aus München über eine umfassende Modellpflege des Mini sehr gerne empfangen. Nicht nur, weil wir selbst einen dieser unglaublich unpraktischen, unglaubliche teuren, unglaublich mäßig verarbeiteten und dafür unglaublich erfrischend zu fahrenden Briten als Redaktions-Dramatiker schätzen, sondern weil die Wolfsburger-Übermacht mit Polo GTI und Audi A1 gerade zum Großangriff auf die Klasse sportlichen Kleinwagen bläst.

Krönung der Mini-Modellpflege und in der Leistung mit seinen „three letters“ sicher besser als die der „therr lions“, ist natürlich den JCW. Der kleine Werksrenner darf sich endlich nicht nur mit ein paar Aufklebern und speziellen Felgen von der Mini-Masse absetzen, sondern bekommt endlich ein paar augenscheinliche Alleinstellungsmerkmale spendiert.

Das Dach des Works kann nun aufpreisfrei im gleichen Ton gewählt werden, wie die Hautfarbe seiner Landsleute nach einem halbstündigen Strandaufenthalt in der Sonne. Auch die Spiegel sind künftig im markanten Rot wählbar und bilden so einen schönen Kontrast zum midnight-black des Präsentations-Modells.

Die Felgen fügen sich ebenso in das dunkle Ambiente ein, denn zum Facelift lassen sich auch die Serien-JCW-Felgen in schwarz bestellen. Wem das noch zu wenig dramatisch erscheint, der kreuzt in der Optionsliste zusätzlich noch die Xenon-Scheinwerfer mit schwarzer Linseneinfassung an, um den bad-boy-Look zu komplettieren.

Die restlichen Änderungen am Äußeren teilt der JCW mit seinen zivilen Brüdern. Es gibt einen neuen Frontstoßfänger mit sehr betonten Bremsbelüftungsschächten, neue LED-Heckleuchten und ein andere Grafik der Rückfahrscheinwerfer im Stoßfänger.

Unter der Haube hat sich beim JCW zur Modellpflege hingegen nichts getan, denn die technische Überarbeitung der Motoren gab es bei den Benzinern schon zu Anfang des Jahres. Während die kleinen Brüder mit neuen Techniken wie Valvetronic und TwinScroll auf sich aufmerksam machten, musste der 211PS-starke Works nur ein bürokratisches Zahlenspiel über sich ergehen lassen. Er wurde auf EU5-Norm typisiert und stößt so zwar genau wie sein EU4-Vorgänger 165g/CO2 pro Kilometer aus, darf nun aber statt 6.9 Litern genau 7.1 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen.

Wie das zu erklären ist? Der Prüfkraftstoff wurde von EU4 zu EU5 geändert und entspricht nun den neuesten EU-Vorschriften mit 10% Bioethanol-Anteil. Zwar ist der Heizwert von jenem Biokraftstoff geringer, doch auch der emittierte CO2-Anteil während der Verbrennung. Das Auto wird für das Gesetz sauberer, obwohl technisch nichts geändert wurde und der Verbrauch gestiegen ist. Bravo Brüssel.

Und wo wir jetzt schon einmal politisch sind, können wir uns auch diese Parallel zur politischen Landschaft – wenn auch nur der Bayrischen – nicht verkneifen: den neuen Innenraum des JCW. Er wird dominiert von schwarz, für rot reicht es nur zu ein paar Highlights. So sind zum Beispiel die Nähte von Lenkrad, Schalthebel und Sitzen in der Kontrastfarbe, wie auch die Interieurleisten in den Türen und am Armaturenbrett in rot zu bestellen sind.

Doch nicht nur im Topmodell hat schwarz die Mehrheit im Innenraum, auch bei den Serien-Minis sind die Bedienelemente der Mittelkonsole und des Radios nun nicht mehr in Silber, sondern dunkel ausgeführt. Zusammen mit hochwertigeren Materialien soll dies den vorher doch eher mäßigen Qualitätseindruck deutlich verbessern. Dabei hilft auch das neue Bedienkonzept der Navigation und des größten Radiosystems. Mini bedient sich hier einer von Apple inspirierten Bedienung, die dem Kunden eine intuitivere und vor allem schnellere Nutzung ermöglichen soll.

Die Modellpflege hat sich also gelohnt, was die Dramatik angeht. Der neue JCW steht deutlich ausdruckstärker auf der Straße als vorher und die dynamischen Fähigkeiten des 211PS-Treibsatzes waren ohnehin kaum zu verbessern. Beim Rest der Familie werden die Änderungen ebenfalls für mehr Frische im Verkauf sorgen, vor allem dank der neuen Dieselmotoren, die zwar nominell die alten Leistungswerte aufweisen, nun aber nicht mehr von PSA zugeliefert werden, sondern Eigenentwicklungen von BMW sind.

Es ist also doch wie im Fußball: wir zeigen nicht nur den Engländern wie es geht, sondern auch den Franzosen…

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