SUV, SAV, SAC – Bitte? Der BMW X6.

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Geländeuntaugliche Geländewagen nennen sich schmuckvoll Sports Utility Vehicles, noch sportlichere Vehikel hören dann auf den Namen Sports Activity Vehicles und nun kommt für die, denen selbst diese Gattung zu bieder erschien das SAC. Sports Activity Coupé tauft BMW seine neueste Kreation. Der BMW X6 als erstes Coupé unter den allradgetriebenen Scheingeländewagen.

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Von Sportlichkeit zeugt das Äußere schon beim ersten Anblick, wie zum Beispiel die markante Front mit großen Lufteinlässen, die ausgeprägten Radhäuser, welche mit den Wölbungen in der Flanke und der nach hinten ansteigenden Lichtkante die Dynamik auch von der Seite zeigen. „Greenhouse“ nennt BMW die sehr flach abfallende Heckpartie mit einem sehr kleinen, in die Heckklappe integrierten Heckfenster.
Damit den blumigen Versprechungen von „einzigartiger Agilität“ nicht nur die Optik entspricht, haben sich die Münchner Entwickler heftig ins Zeug gelegt.

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Dynamic Performance Control heißt das Zauberwort. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich ein aktives Hinterachsdifferenzial, das es erlaubt, die Antriebsmomentenverteilung nicht nur wie vorher beim xDrive-Allradantrieb nur in Längsrichtung zu variieren, sondern nun erstmals auch zwischen linkem und rechtem Hinterrad variabel zu verteilen. In der Praxis verheißt das nicht nur deutlich verbesserte Fahrsicherheit wie zum Beispiel bei Reibwertunterschieden auf der Fahrbahn (nasses Laub auf der Außenseite, Schnee, Split, etc.), sondern auch deutlich gesteigerte Agilität, da man nun auftretende Giermomente nicht mehr nur durch Bremseingriff abbauen kann, sondern diese durch gezielte Momentenverteilung ohne Zurückregelung von Leistung und Geschwindigkeit eliminieren kann. Das serienmäßige DSC muss nun also nur noch im absoluten Grenzbereich eingreifen. Der Fahrer bekommt von diesem komplexen Zusammenspiel nicht viel mit – außer dem für ein Fahrzeug dieser Größe und Masse außerordentlich agilen Fahrverhalten.

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Natürlich lässt sich der X6 optional noch mit den bewährten Agilitätsfeatures „adaptive Drive“ zur Wankstabilisierung und der variabel übersetzten Aktivlenkung ausstatten, um bisher unmöglichen Fahrspaß in die Klasse der großen Geländewagen zu bringen.
Um dem bei Chassis und Antriebsstrang gezündeten Feuerwerk der Technik in nichts nachzustehen haben auch die Motorenentwickler ihren Teil zur Dynamik des SAC’s beigetragen. Mit den beiden twin-turbogeladenen 3,0 Liter Reihensechszylindern 3.5i und 3.5d stellt BMW dem X6 die wohl besten Motoren zur Seite, die derzeit auf dem Markt zu kaufen sind. Dass Ihnen mit dem neuen 5.0i ein vielleicht sogar noch famoseres Triebwerk zur Seite steht, können erst die Fahreindrücke zeigen. 8 Zylinder, 4,4 Liter Hubraum, Twin Turbo Aufladung und High Precision Direkteinspritzung lassen das Herz höher schlagen. Dass BMW zur Bauraumoptimierung erstmals die Turbolader samt Katalysatoren in den Zwischenraum der Zylinderbänke ins V verlegt hat und damit die Einlassseite nach außen legte und so nicht nur Platz gewinnen konnte, sondern auch geringere Verluste beim Ladungswechsel realisieren könnte zeugt davon, dass die Verbrennungsmotoren noch lange nicht an Ende ihrer Entwicklungsmöglichkeiten angelangt sind. 407 PS und ein Drehmomentberg von 600Nm (von 1750-4500/min) und 5.4 Sekunden von 0-100km/h bei Einhaltung der EU5 und ULEV-II Abgasnormen und einem Durchschnittsverbrauch von 12,5 Litern sind sehr gute Werte für die Top-Motorisierung des X6.

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Der altbekannte 3,0 Liter Monoturbodiesel bekam neben den bekannten Besonderheiten wie VTG-Lader, Alu-Kurbelgehäuse und Piezo-Einspritzung ein Update auf 235 PS und 520Nm, und geht mit diesen beachtlichen Werten neben den Jahrhunderttriebwerken fast schon unter.
Übertragen wird die Kraft aller Motoren serienmäßig von einer Sechsgang-Automatik, die zu optimierter Schaltdynamik erzogen wurde und mit serienmäßigen Paddles am Lenkrad aufwartet.
Im Innenraum erwartet die Mitfahrer gewohnte BMW-Neuzeit. Alles ist an seinem Platz und die Materialienauswahl zeugt vom Premiumanspruch der Münchner. Abermals der Sportlichkeit gewidmet ist die konsequente Auslegung auf vier Sitzplätze, die dafür aber bequem sind und viel Bewegungsfreiheit versprechen.

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Die Bewegungsfreiheit geht auch im flexiblen Gepäckraum weiter, denn trotz der stark abfallenden Dachlinie passen mindestens 570 Liter Gepäck in den X6.

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BMW meint es also Ernst und die Positionierung des X6 als neue Fahrzeuggattung ist nicht nur bloßes Marketing. Bleibt zu hoffen, dass die Entwicklungen wie DPC und der neue V8 auch Einzug in die weiteren Modellreihen wie 5er, 6er, X5 oder gar 7er halten. Denn dann muss man nicht unbedingt Geländewagen fahren um die neue Performance von BMW erfahren zu können…

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