500 PS, 1000Nm – der TDI v2.0

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Es ist wieder da, vergesst zahmgelutschte TT’s, s-line gestylte A5 und auch die S-Garde. Das „Audi-Tier“ ist wieder da. Breit, tief und hässlich. Wütend schnaubende Turbos, deren 2,6 bar die Luft brennen lassen. Von selbst!
Audi R8 V12 TDI concept.
Gut, der 6.0 Liter V12 Diesel hätte den Audi Q7, in dem die V12 TDI-Idee das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, schon ziemlich herumgeschubst, aber das gleiche Aggregat in der Mittelmotor-High-Spec-Flunder R8? Das könnte „interessant“ werden.

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Sicher, das Design gehört wohl eher an den Wörthersee, als in die Garagen der solventen Kundschaft, aber die Form folgt eben der Funktion. Die Front ist primär als Kühllufteinlass mit Scheibe ausgeführt und sogar das Glasdach muss sich seinen Platz mit einem weiteren Lufteinlass teilen. Dieser beliefert das feurige Herz mit der nötigen Verbrennungsluft. Größer ausgestellte „sideblades“ sorgen sich um günstige Ladelufttemperaturbedingungen und die Abluftkamine am Heck belüften Motorraum und Auspuffanlage.

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Bleibt zu hoffen, dass im Innenraum die Klimaanlage funktioniert, denn die 1000Nm bringen nicht nur die Motorperipherie zum Schwitzen, sondern sicher auch die Insassen. Beherrscht wird die Kraft über ein simples Sechsganghandschaltgetriebe, das die Motorkraft über eine Zweischeiben-Rennsportkupplung geliefert bekommt. Damit die Ingenieure trotz dieser vorsintflutlich anmutenden Kraftübertragung nicht zu kurz kamen, durften sie einen „drive select Schalter“ ins Lenkrad integrieren, der verdächtig nach Ferraris „manettino“ aussieht und wie sein italienisches Pendant das adaptive Fahrwerk „magnetic ride“ und die Motorsteuerung manipuliert. Der Race-Button zeigt dem ambitionierten Fahrer neben auf Rot wechselnder Instrumentenbeleuchtung die Navigation der zu befahrenen Rennstrecke sowie Rundenzeit, Querbeschleunigung und Ladedruck. Interessant zu wissen wäre, ob die Navigationsstimme mit den anwählbaren „drive select“-Modi „Dynamic, Sport und Race“ gekoppelt ist…

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Doch ein Showcar lebt eben von der Show, gerade in Detroit, deshalb konzentrieren wir uns auf die seriennahen Teile des R8.
Der V12 TDI ist sicher das interessanteste Teil der Studie. Sein aus GJV-450 (Grauguss mit Vermiculargraphit) gegossener Block mit 60° Zylinderwinkel ist nicht nur steifer und ermüdungsarmer als herkömmlicher Grauguss, er ist auch 15% leichter. Die Steuerung des Motors übernimmt ein Kettenantrieb, der auch die beiden Common-Rail Hochdruckpumpen antreibt. Die Pumpen stellen den Piezoinjektoren den Dieselkraftstoff mit bis zu 2000bar Druck zur Verfügung, zudem wird die Ansaugluft wie in der bekannten V6 und V8-Dieselmotoren kennfeldgesteuert im Drall variiert um eine möglichst homogene Gemischbildung über das gesamte Drehzahlband zu gewährleisten. Mit bis zu fünf Einspritzungen pro Arbeitstakt kann der V12 TDI einerseits das Verbrennungsgeräusch reduzieren und andererseits die Temperaturen im Abgasstrom gezielt erhöhen, zum Beispiel für die Regeneration der Partikelfilter.

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Das alles klingt mehr oder weniger bekannt, doch ein Motor, der zur Steuerung zwei ECU’s braucht, 500PS und 1000Nm zur Verfügung stellt und dabei sogar schon die EU6 Abgasnorm erfüllt, zeugt schon von einem Glanzstück des Motorenbaus.
Der V12 TDI ist ein klares Statement für den nachhaltigen Fortschritt. Ein „Ja“ zum Fahrspaß muss nicht mit einem „Nein“ beim Sparen einhergehen. Ressourcenschonender Umgang mit dem Kraftstoff und bestmögliche Abgasbehandlung bei bisher ungekannten Leistungswerten – bravo, das lässt für die Zukunft hoffen…

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