asphaltfrage macht interviews – AMI 2008

Es war ein ruhiger März – auf asphaltfrage.de. Der Genfer Salon brachte kaum aufregende Neuerungen und die Umweltaktivitäten der Hersteller waren auch hinlänglich bekannt. Für die AMI sind das keine guten Voraussetzungen, steht sie doch immer etwas im Schatten der Schweizer Show. Dass das große Feuerwerk der Neuen in Leipzig ausblieb kann man aber auch durchaus positiv sehen: Ohne großes Spektakel präsentierten die Hersteller ihr Programm und boten die Gelegenheit eines direkten Dialoges. asphaltfrage.de hat diesen Umstand genutzt um erstmals in Full-HD-Videoform über Neuheiten zu informieren und die Pläne der Hersteller zu präsentieren.
Doch bevor wir Ihnen die Interviews präsentieren gibt es einen Messerundgang in gewohnter Form:

Audi macht den Anfang. In Halle eins gab es einige Deutschlandpremieren, so zum Beispiel die neuen Motorvarianten des Audi TT. Den Einstieg markiert der 1.8 TFSI mit 160 PS und einem Verbrauch von 6,7 Litern/100km. Wem das noch zuviel ist, der greift besser zum ersten Diesel TT, dem 2.0 TDI mit Common-Rail. Das 170 PS Aggregat soll nur 5,3 Liter Diesel verbrauchen und dank 350Nm Drehmoment dennoch für ansprechenden Fahrspaß sorgen. Doch in einen „semi“-Sportwagen wie den TT gehört doch eher ein großer Fremdzünder und so gesellt sich auch der TTS auf den Messestand. Mit seinen 272PS bildet er die Speerspitze des Programms.

Für größeres Aufsehen sorgte trotz geringerer Leistung die Premiere des Audi A4 Avant, mit dem die Ingolstädter nun zum Schlag gegen die Konkurrenz aus Stuttgart und München ausholen. Das dynamische Design der Limousine wird auch beim Kombi fortgeführt, wenngleich an der Heckpartie nicht ganz so glücklich wie erhofft. Dennoch macht der Avant eine bedeutend bessere Figur als die etwas plumpen Entwürfe von 3er und C-Klasse.

Zweifelsfrei die imposanteste Erscheinung bei Audi war die Präsentation des Q7 V12 TDI. Das LeMans Aggregat verleiht dem 2.5 Tonnen-Wal beinahe Fahrleistungen eines Sportwagens. Audi gibt den Standardsprint mit etwas über 5 Sekunden an und eine abgeregelte Höchstgeschwindigkeit von 250km/h. Das der 6 Liter V12 mit seinen atemberaubenden 500PS und 1000Nm dabei nur 11 Liter Diesel konsumieren soll erscheint uns dann doch etwas wenig, auf Nachfrage dann der nette Hinweis, dass der Verbrauch „deutlich unter dem des Cayenne Turbo“ liegen würde, in dessen Leistungsklasse der TDI-Hammer eindeutig mitspielt.
Am anderen Ende der TDI Skala spielt dagegen der VW Golf TDI Hybrid. Volkswagen springt mit ihm auf den populären Hybridzug auf, nutzt im Gegensatz zum Vorreiter Toyota nicht die Kombination aus Benziner und Elektromotor, sondern gibt dem 27 PS Stromer einen kleinen 1.2 Liter Dieselmotor mit 75 PS an die Hand. Die Wolfsburger versprechen sich davon den Nachteil des Hybridkonzepts bei Autobahn- und flotten Überlandfahrten etwas abzuschwächen. Den Gesamt-CO2-Ausstoß gibt VW mit 89g/km an. Zur Serienreife gab es keine Äußerung, es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass die Einführung noch im Zyklus des Golf VI erfolgen wird.
Neben dem TDI Hybrid zeigte Volkswagen die bereits in Genf vorgestellten Modelle Scirocco und Passat CC.

Ganz ohne Umwelt- und Sparaktivitäten zeigte sich dagegen der Stand von Lancia. Die italienische Edelmarke möchte mit dem neuen Delta endlich aus dem Schattendasein ausbrechen. Auf der technischen Basis des gelungenen Fiat Bravo zeigt sich der Delta als extravagant gezeichnetes Automobil, das mit moderner Technik wie Einparkassistent, Spurhalteassistent und umfangreichen In-Car-Entertainment das Fahren so angenehm wie möglich gestalten soll. Auch auf der Motorenseite zeigt sich dies, denn der Delta wird mit einer Fülle von Aggregaten eingeführt: zwei 1.4 Liter Turbojet Benziner mit 120PS und 150PS, sowie einem 1.6 Liter Multijet Diesel mit 120PS, der bereits die EURO5 Abgasnorm erfüllt. Kurz nach dem Start werden die leistungsstärkeren Varianten in Form von zwei Dieseln mit 165PS (2.0 Liter Multijet), bzw. 190PS (1.9 Liter Multijet Twinturbo) und ein 200 PS Turbobenziner mit 1.8 Liter und Direkteinspritzung. Auch fahrwerksseitig möchte Lancia den Glanz alter Tage wieder zurückholen und bietet im Delta eine elektronische Dämpferkontrolle namens SDC an, sowie Assistenzsysteme wie einer elektronischen Differenzialsperre und einem „Linearization Torque Feedback“ genannten System, dass das Fahren bei hohen Querbeschleunigungen erleichtern soll. Wem das zu aufregend ist, der kann sich am gewohnt vielfältigen Farben- und Polstersortiment der Italiener beruhigen und den Delta in edlen Zweifarblackierungen und Wildlederpolsterungen bestellen.

Einen ganz anderen Zweck als nur gutes Aussehen erfüllt wenige Meter weiter der Nissan GT-R. In glänzendem Schwarz präsentiert Nissan die wohl schärfste Waffe im Kampf gegen die Übermacht des Porsche 911. Sein 3.8 Liter V6 Biturbo leistet 480PS und sorgt in Kombination mit Doppelkupplungsgetriebe und Allradantrieb für Fahrleistungen, die einem 911 turbo entsprechen. Das Nissan diesen Ausbund an Performance für einen Kaufpreis von 74.900 EUR an anbietet überrascht deshalb umso mehr. Im Innenraum fällt zudem angenehm auf, dass der Kaufpreis nicht nur für die komplexe Technik aufgewendet wurde, sondern auch für edles Leder im Innenraum und sorgfältige Verarbeitung. Bestellbar ist der GT-R ab sofort und er wird Anfang 2009 in Europa ausgeliefert.
Um diesem starken Gegner aus Fernost zu begegnen rüstet auch Porsche kräftig nach. Die bevorstehende Modellpflege des 911 war zwar noch nicht zu sehen, aber Porsche betonte seine sportlichen Erfolge mit den neuen Rennwagen Cayenne Transsyberia und dem RS Spyder. Auch über die frisch renovierten Breitensportler GT3 Cup und Cup S, sowie GT3 RSR gab es umfangreiche Informationen.

Ebenfalls dem Fahren auf der Rennstrecke ist die neue Performance-Linie von BMW gewidmet. Fahrer der aktuellen 1er und 3er Reihe können sich hier nach Lust, Laune und vor allem entsprechendem Kleingeld einen echten Racer heranzüchten. Es gibt umfangreiche Aerodynamikpakete mit Carbonspoilern, Rennbremsanlage und extra leichte und belastbare Alufelgen. Ein Sportfahrwerk gehört ebenso zum Portfolio wie eine spezielle Abgasanlage. Im Innenraum wird dann vielleicht sogar etwas zu dich aufgetragen: es gibt ein dickes Wildlederlenkrad, in dessen abgeflachten Kranz mehrere Displays eingelassen sind, die neben Geschwindigkeit, Rundenzeit, Öl- und Wassertemperatur auch in Formel-1 Manier den optimalen Schaltpunkt mittels Leuchtdioden anzeigt. Passend dazu gibt es rennsportliche Schalensitze von Recaro, die mit Klappmechanismus und Seitenairbag aufwarten.

Das neue Doppelkupplungsgetriebe des M3 bleibt indes den echtem M-Modellen vorbehalten und lässt sich (noch) nicht für die kleineren Varianten erwerben. BMW verspricht von der neuen Getriebevariante nicht nur bessere Fahrleistungen durch unterbrechungsfreie Zugkraft, schnelle Schaltzeiten und gesteigerte Fahrdynamik durch verringerte Lastwechsel, sondern der M3 verbraucht auch weniger dank der größeren Übersetzung des 7-Gang-Getriebes. Der Verbrauch ist bei BMW derzeit sowieso das zentrale Thema und so stehen neben dem EfficientDynamics Programm auch die Hybrid Studien von X6 und X5 auf der AMI im Mittelpunkt.

Aber nicht nur BMW, auch Mercedes-Benz bietet ein umfangreiches Konzept zur sparsamen Fortbewegung an und weitet sein BlueEfficiency Programm neben der C-Klasse auch auf die frisch renovierten Modelle A- und B-Klasse aus. Die kleinen Stuttgarter sind auch mit einem ECO Start und Stopp System ausgestattet, welches im Stadtverkehr bei der A-Klasse für Verbrauchsvorteile von bis zu 0.4 l/100km sorgen soll. Die BlueEfficiency Modelle A 150 und A160 CDI gibt Mercedes mit Verbräuchen von 5.8 Litern Super und 4.5 Litern Diesel auf 100 Kilometer an. Erstmals bieten die Stuttgarter mit dem B 170 NGT das Sparkonzept auch bei einem bivalenten Antrieb an. Der Erdgas-Benz soll nur 4.5kg/100kg verbrennen.
Die AMI zeigt in diesem Jahr den Trend für das Autojahr 2008, den schon die IAA vor einem guten halben Jahr einläutete: dem gestiegenen Umweltbewusstsein wird durch innovative Techniken und clevere Sparkonzepte Rechnung getragen und dennoch ist das Bemühen der Hersteller nicht zu übersehen, dass sie trotz geringerem Verbrauch dem Kunden immer noch bessere Fahrleistungen und mehr Komfort als bisher bieten können. Wir von asphaltfrage.de können diese Entwicklung nur begrüßen und freuen uns auf die ersten eigenen „Erfahrungen“ mit den Neuen.

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