Dem Wahren, Schönen, Guten – der neue Ferrari California

Er hat den Ferraristi lange gefehlt, der luxuriöse Gran Toursimo ohne Dach. Die technoiden Supersportler 430 und 599 stehen für den Fortschritt und die Kompetenz der Mannschaft aus Maranello, doch die Ästhetik der vergangenen Tage vermissen nicht wenige. Der große 612 Scaglietti mochte diese Klientel nur wenig versöhnen, es war also an der Zeit für etwas Besonderes.
Ein scharfer V12 im Bug, der von einem knappen, handgedengelten Blechkleid atemberaubender Schönheit umspannt wird und ein Fahrwerk, das zur Not auch Rennen gewinnt, obwohl das schnell zu öffnende Verdeck eher zum Flanieren durch die toskanischen Hügel einlädt, als zur Zeitenhatz in Monza.
Der California ist der Inbegriff des Spyders. Unfassbar schön und unfassbar schnell, ein Auto für alle Sinne. Ein Auto für echte Ferraristi, ein Auto auf das wir lange gewartet haben.


Zwar ist das Blech nicht mehr von Hand geklopft, doch die leichte Aluminiumhaut des neuen California nimmt die Formen seiner Vorgänger gekonnt auf. Der Hüftschwung der hinteren Kotflügel etwa, oder die sanft abfallende Front, die in den unter Klarglas versteckten Scheinwerfern mündet. Die Motorhaube trägt stolz den Lufteinlass im Stil der alten Zeit und auch das „cavallino rampante“ prangt selbstbewusst auf den verchromten Lamellen der Kühlerabdeckung.


Das Heck knüpft dagegen mit modernen LED-Rückleuchten an die Moderne an und auch die Auspuffrohranordnung darf als unkonventionell gelten. Dass Ihnen dennoch bekannte Frequenzen entweichen liegt am V8-Frontmotor, der 4300cm³ messende Achtzylinder trägt die Ferrari-typische flache Kurbelwelle, deren Zündfolge für den furiosen Stimmumfang sorgt.
Eine Benzindirekteinspritzung sorgt für homogene Gemischaufbereitung und bringt den Motor auf eine Spitzenleistung von 460PS bei 7500 Umdrehungen. Besonderes Augenmerk lag auf eine satte Drehmomentmitte um ein entspanntes Fahren im niedrigen Drehzahlbereich zu ermöglichen. Um entspanntes Schalten kümmert sich erstmals in einem Ferrari ein Doppelkupplungsgetriebe. Die 7-Gänge sind in Transaxle-Bauweise an das Hinterachsdifferenzial geflanscht, um eine optimale Gewichtsverteilung zu gewährleisten. Das Differenzial wird über die vom 599 bekannte F1-Trac Traktionskontrolle gesteuert, die im schnellsten Modus Beschleunigungszeiten von 4.0 Sekunden von Null auf Hundert gewährleistet. Damit diese Performance jederzeit sicher in Zaum gehalten werden kann kümmert sich eine aufwändige Multilink-Hinterachse um bestmöglichen Bodenkontakt und die serienmäßige Bremo-Keramikbremsanlage und ermüdungsfreie Verzögerung.


Dass der Innenraum mit modernsten Infotainment Komponenten in gewohter handwerklicher Perfektion ausgeführt ist und dass das versenkbare Dach nun ein festes Hardtop ist zeigt welch ein Allrounder der neue California ist, der nicht nur auf dem Boulevard beim Flanieren, sondern auch bei der Zeitenjagd ein kompetenter Partner ist. Dennoch bleibt ein bisschen Wehmut, denn zu haben sein wird der Neue erst im Herbst nach dem Pariser Autosalon und auf einen V12 müssen wir weiter warten. Bleibt nur die Erinnerung an den echten „California“…

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