nothing beats cubic inches – the new Cadillac CTS-V

Sportwagen aus den USA haben in good old Germany keinen leichten Stand. Die Musclecars der 70er prägten zwar die Erinnerung mit ihrer ausgeprägten Längsdynamik, doch in engem Kurvengeläuf waren Sie eher fehl am Platz. Doch die Sportwagen aus Übersee können auch anders und so hat sich die Corvette in Ihrer aktuelle Ausbaustufe zu einem fahrdynamischen Juwel entwickelt, das selbst ausgewiesenen Experten wie einem 911 GT3 auf Augenhöhe begegnen kann.
Doch was ist mit den angespitzten Limousinen wie BMW M5, Mercedes E63 AMG oder dem neuen Audi RS6? Hier gab es für die deutsche Phalanx praktisch keine Gegner, die zaghaften Versuche der ersten Cadillac V-Modelle wollen wir schnell vergessen und auch die australischen Holden Monaros waren hier nur als Eigenimport zu bekommen.
Eine aussichtslose Situation also? Nein, nun nicht mehr länger, denn Cadillac präsentiert seine schärfstes V gegen die Powerbuchstaben aus Süddeutschland.

Der neue CTS bietet hierfür die ideale Basis. Modern kantiges Styling, durchdachter Innenraum mit ordentlicher Verarbeitungsqualität und ein ordentliches Fahrwerk. Doch um ein Mitglied aus der V-Familie zu werden fehlt noch die nötige Schärfe unter der Haube und hier hat Cadillac einen Goldgriff gemacht. Unter dem mächtigen Powerdome unter der Motorhaube macht sich nicht etwa eine Fußgäbgerschutz-Presafe-System breit, sondern ein fetter Kompressor, der den 6.2 Liter V8 aus der Corvette mit der nötigen Portion Frischluft versorgt. 550PS schüttelt das Kraftwerk aus dem Ärmel. Kritiker werden jetzt in das alte Lied einstimmen, dass es den Amis noch nie an Power gefehlt habe, wohl aber an Gesamtperformance. Weit gefehlt, ganz weit gefehlt.
7:59,32min. Einfach so, mit Straßenreifen und Serienabstimmung. Wo die 2-Tonnen-Schiffe RS6, E63 und M5 untersteuernd durch Bergwerk und Ex-Mühle rodeln, reißen die 745Nm des CTS-V die Brocken nur so aus dem frischen Nordschleifen-Asphalt.

Ein Wahnsinn. Keine 8 Minuten ist nicht nur unglaublich, sondern mal eben Rekord für straßenzugelassene Limousinen mit Serienreifen. Die deutsche Riege scheitert deutlich an der 8-Minuten Marke und auch ausgewiese Spezialisten wie eine M3 CSL mit Semi-Slick Bereifung sind nur unwesentlich schneller.
Kein Allrad, kein Hochdrehzahlkonzept – nur rohe V8-Power und ein darauf abgestimmtes Chassis. Der Cadillac verfügt über eine elektronische Dämpferregelung, die jederzeit besten Bodenkontakt gewährleistet, eine bissige Brembo-Bremsanlage rundum, die den Rennstreckenstrapazen locker die Stirn bietet und einen Satz Michelin Pilot Sport 2 in Cadillac-Mischung. Die Kraftübertragung übernimmt wahlweise – wie beim Rekordwagen – eine 6-Stufenautomatik, der man mittels Schaltpaddel auch dazwischenreden kann oder eine manuelle 6-Gang Schaltbox. Bei über 700Nm wollten wir aber keine Kupplung sein, weshalb der Griff zur automatischen Schaltung nahe liegt.
Zu haben sein wird der Kraftbolzen aus den Staaten noch in diesem Jahr und wir dürfen uns auf die ersten Autobahnduelle freuen. Cadillac schiebt aber nicht nur den CTS-V nach, auch die Serienmodelle erhalten ein erweitertes Motorenprogramm, wie etwa einen 2.8 Liter V6 mit variabler Ventilsteuerung und 211PS und einen V6-Diesel mit 250PS um den europäischen Ansprüchen beim Verbrauch gerecht zu werden, denn dass düfte die einzige Disziplin bleiben, wo der CTS-V der Konkurrenz den Vortritt lassen muss. Aber es war schon immer so: von nichts kommt auch nichts. Genießen wir es, solange wir es noch genießen können!


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