more power, more beauty, more soul – the Aston Martin Vantage

Er zählt zu den atemberaubendsten Automobilen der Gegenwart, er ist hochkarätiger Sportwagen und sinnlicher Roadster. Er ist der erfolgreichste Aston Martin ever.


Es müsste Champagner regnen und Lobeshymnen müssten klingen, doch ein ruhiger Schwabe sah keinen Grund zur Selbstgefälligkeit. Für das neue Modelljahr hat Aston Martin Chef Dr. Ulrich Bez dem Vantage V8 den letzten Schliff verordnet.
Was gibt es solch einem Fahrzeug auszusetzen? Kofferraumvolumen, Kraftstoffverbrauch und Kniefreiheit in der zweiten Reihe zählen wir nicht zu den Bewertungskriterien eines solchen Automobiles, doch die penible Suche offenbart tatsächlich ein paar Schwächen des britischen Sportlers.
Der Klang zum Beispiel. Furioser Achtzylinderschlag, dreckig, rauh und beinahe vulgär. Der Aston breitet einen Geräuschteppich aus, der Dich tief im Innersten trifft. Endorphinproduktion am Drehzahlbegrenzer – leider auch beim 4.3 Liter V8 höchstselbst, denn das 385PS Aggregat wirkt in Anbetracht seiner Lebensäußerungen etwas zahm. Sicher, es reicht um auf der Landstraße dem Fußvolk die hübschen Rücklichter zu zeigen, doch im harten Gefecht wirkte der alte Vantage immer etwas angestrengt. Die Lösung? Mehr Hubraum. Zwei Millimeter mehr Bohrung und satte fünf Millimeter mehr Hub lassen die Verbrennungsräume auf 4.7 Liter Inhalt anwachsen und damit das Gemisch auf zügig angesaugt und ausgepufft werden kann haben die Ingenieure aus Gaydon die Kanäle des Zylinderkopfes optimiert und die Ventildurchmesser vergrößert. Damit der gesteigerte Hub dem Drehvermögen nicht entgegensteht wurde die Kurbelwelle erleichtert und das Schwungrad ebenfalls auf Diät gesetzt. Das Ergebnis der Kraftkur ist beachtlich. Es sind weniger die 426PS die bei 7000/min freigesetzt werden, vielmehr beeindrucken die 470Nm, die das neue Aggregat stemmt. Das Plus von 53Nm im Vergleich zum Vorgänger lassen den neuen Vantage deutlich agiler aus dem Drehzahlkeller beschleunigen und der Begrenzer muss dem Treiben nun ein rabiateres Ende setzen, als es beim trägen 4.3l Modell der Fall war.


Es scheint als wäre der größte Fehler ausgemerzt, doch die Modellpflege des Vantage beschränkt sich nicht nur auf den Motor. Dem Sechsganggetriebe wird eine sequenzielle „Sportshift“ Variante zur Seite gestellt, die sich in Bezug auf Schaltzeiten und –komfort stark verbessert zeigen soll. Geübte Pedalartisten sollten jedoch auch ohne Launch-Control die 4.8 Sekunden für den Sprint von 0-100km/h erreichen und zum Erreichen der Höchstgeschwindigkeit von 290km/h bedarf neben einem schweren Gasfuß auch keiner weiteren mechatronischen Spielereien im Kardantunnel.
Der Stabilität bei solchen Tempi soll das neue Fahrwerk zu Gute kommen. Neben steiferen Fahrwerkslagern helfen die neuen Bilstein-Dämpfer den Aston am Boden zu halten. Im Comfort Modus sprechen sie deutlich feinfühliger an und erhöhen so die Cruiser-Qualität des Vantage beträchtlich. Ein 426PS Racer möchte aber nicht nur im Bummeltempo über den Boulevard rollen, sondern tief in der Bremszone den Porsche 911 das Leben schwer machen. Bei solch artgerechter Haltung empfiehlt sich das neue Sportspack, das neben einem wunderschönen geschmiedeten 19-Zoll Doppelspeichenradsatz spezielle Federn beinhaltet, die zusammen mit dem ebenfalls im Paket enthaltenen Stabilisator an der Hinterachse den Fahrbahnkontakt im Grenzbereich sicherstellen. Das neue variable Sperrdifferenzial und die neu abgestimmte Lenkung tragen ihr Übriges zum geschärften Fahrerlebnis bei.
Der Innenraum hingegen zeigt sich frei von übertriebener Härte. Fein vernähtes Leder, geschliffenes Metall und jede Menge Holz und Glas verleihen dem Aston ein konkurrenzloses Flair und auch die Bedienelemente, die vom Topmodell DBS übernommen wurden zeigen deutlich mehr System, als die Schaltersammlung des alten Modells. Der Fahrer kann sich nun also entspannt und ohne Bedienrätsel zu lösen auf das neue Fahrerlebnis freuen und die Modellpflege des Aston hat abermals gezeigt, dass die Schwaben etwas von Evolution verstehen. Der 114.000 EUR teure „neue“ Vantage wird die Erfolgsstory seines Vorgängers mit Leichtigkeit um ein Kapitel erweitern und darauf freuen wir uns.

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