Der neue Bentley Continental Flying Spur Speed

Was für ein Name. Continental Flying Spur Speed – das klingt nach Eleganz, Stärke und 202.062 EUR. Für diesen Preis darf der Kunde seinen Flying Spur mitnehmen, vorausgesetzt er widersteht den Individualisierungsofferten. Doch auch ein nackter Basis Flying Spur lässt kaum Wünsche offen. Allein der Maschengrill des Bentley enthält mehr Chrom als andere Oberklassekonkurrenten am ganzen Fahrzeug tragen. Das die neu gestaltete Front zudem 14 Prozent mehr Kühlluft einströmen lässt interessiert den Käufer wahrscheinlich genauso wenig wie die Tatsache, dass der Designer der Meinung ist mit den neuen Zierleisten am Heck eine „gestraffte Erscheinung“ erreicht zu haben.
Der Flying Spur sah fantastisch aus und er ist auch im neuen Modelljahr die schönste Luxuslimousine – Grills und Leisten hin oder her.

Schon eher fällt das Auge des Betrachters auf die monumentalen 20 Zoll Aluräder des Speed, hinter denen sich – gegen Aufpreis – Keramikbremsscheiben mit 420mm Durchmesser verbergen. Diese beinahe abartige Größe lässt einerseits Rückschlüsse auf das Leistungsvermögen der neuen Limousine zu, andererseits zeugt sie aber auch vom enormen Gewicht.
Einen Beitrag zur Steigerung der Massen liefert das neue Geräuschdämmungspaket des Flying Spur. Gehört in der automobilen Oberklasse eine geräuschdämmende Doppelverglasung zum guten Ton setzte man bei Bentley einfach noch eine Scheibe drauf. In Kombination mit speziellem „Trilaminat“ in der Chassiswanne und den Radhäusern sorgt die Dreifachverglasung für ein bisher ungekanntes Geräuschniveau im Innenraum. Damit die Stille nicht zu erdrückend wird holte man sich die englischen High-End Audioschmiede Naim ins Boot, um den Flying Spur mit einer 15-Kanal Audioanlage mit 1.1kW Musikleistung zu beschallen.

Da es jedoch bei einem echten Bentley immer auch ums Fahren geht wollen wir hier die neue Abstandregelkontrolle nur am Rande erwähnen, denn ein echter „Bentley boy“ ist durchaus in der Lage Abstand und Geschwindigkeit zum Vordermann auch von alleine im Griff zu behalten. Das Herzstück des Flying Spur Speed stellt sowieso sicher, dass man nie lange „hinterherfahren“ muss.
610PS und 750Nm schaufelt der 6.0 Liter Zwölfzylinder dank Biturboaufladung und umfangreichen Änderungen am Ex-Phaeton Motor an die vier Antriebsräder. Der Sprint von 0-100 ist in 4.8 Sekunden erledigt und die Höchstgeschwingkeit gibt Bentley mit 322km/h an.

Ein 200 mile per hour Auto ohne Spoiler, Flaps und Diffusor, ohne sequenzielle Rennschaltung, Schalensitze und knochenbrechende Federung. Mit 2475kg Lebendgewicht und der umheimlichen Stille dreier schallschluckender Lagen Glas wildert der Bentley Continental Flying Spur Speed im Revier von Ferrari Enzo, Carrera GT und Lamborghini Murcielago. Einfach so.

Das dabei sicher mehr als die angegebenen 25.3 Liter Super Plus in den Brennräumen verfeuert werden ist klar und interessiert den Käufer genauso wenig wie die eingangs erwähnten Kühllufteinlässe.
Die so produzierte weltklimatische Erwärmung wird zudem durch die geringe Stückzahl des Flying Spur Speed wieder relativiert. Und überhaupt, was glauben Sie finden Ihre Enkel später spannender: wenn Sie erzählen wie Sie bei Tacho 317 den Ferrari 430 von der Spur geblinkt haben und Muttern auf der Rückbank das nichtmal gemerkt hat, weil sie bei einer gedämpfen Schubert Ouvertüre aus den Naim-Boxen entspannt hat, oder wie sie auf der Fahrt von Frankfurt nach Basel auf der A5 einen neuen Niedrigstverbrauchrekord mit ihrem Prius bei einem Stundenmittel von 69,34km/h erreicht haben?
Es lebe die Geschwindigkeit.

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