Playstation 4 – der neue Audi S4 3.0 TFSI

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jk. Schon seit 15 Minuten habe ich jetzt Gänsehaut, laufen mir wohlige Schauer über den Rücken, genieße ich in vollen Zügen das atemberaubende Fauchen aus dem Motorraum, wo das Roots-Gebläse mit bis zu 23.000 U/min Luft in die Brennräume des V6 drückt. Ich sitze im neuen Audi S4, bin unterwegs auf dem Mallorca Circuito und versuche, den auf etwa 2,5 Kilometer verkürzten Kurs, der wohl eher für Motorräder gedacht ist, zu bezwingen.

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Die 333 PS des Audi, seine 40zu60-quattro-Auslegung, das neu entwickelte aktive Sportdifferenzial und die knackig perfekte Sechsgang-Box scheinen ein probates Mittel gegen die engen Kurven und kurzen Geraden der spanischen Rennstrecke. Runde um Runde werde ich besser, bremse später (345mm-Scheiben vorn, 330er hinten), lenke harmonischer ein, vertraue dem idiotensicheren Fahrwerk des Bayern mehr.

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Vor allem dem Sportdifferenzial ist es aber wohl zu verdanken, dass ich die immerhin 1,65 Tonnen schwere Limousine so leicht durch die Spitzkehren zirkeln kann. Der Wagen bleibt selbst in viel zu schnell gefahrenen Kurven beherrschbar, statt die Räder der Hinterachse einzubremsen (wie beim ESP), beschleunigt das aktive Differenzial bei Bedarf ein Rad. Das schont die Bremsen und verleiht dem neuen S4 eine beinahe beängstigende Spurtreue. Nach meinem Turn qualmen die innenbelüfteten Bremsen trotzdem wie verrückt, es knistert und knackt es aus dem Motorraum und mein Hemd ist völlig durchgeschwitzt. Ich bin echt froh, dass wir den Rest unserer Mallorca-„Rundfahrt“ in andern Wagen fortsetzen, denn dem gelben Renn-S4 gönne ich jetzt wirklich erstmal eine Verschnaufpause.

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Auf den Straßen der Mittelmeerinsel lassen wir es dann etwas ruhiger angehen. „Die bitten hier sofort zur Kasse“, wurden wir gleich zu Beginn informiert. „Hier hilft kein Diskutieren, die sind rigoros.“ Um etwas weniger in Versuchung geführt zu werden, wechsle ich auf Knopfdruck in den „Comfort-Modus“ des „Audi-drive-select“. Sofort wird die Lenkung leichtgängiger und das Fahrwerk weicher. Eben noch Sportwagen, jetzt Sänfte. Wir Cruisen dahin, zusammen mit meinem Co-Piloten philosophiere ich über die Unterschiede zum Vorgänger-S4. Statt eines wuchtigen 4,2 Liter großen V8-Saugers mit 344 PS und 410 Nm, verrichtet in der neuen Evolutionsstufe ein Kompressor-aufgeladener Dreiliter-V6 seine Arbeit unter der Haube.

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Was auf den ersten Blick als Frevel erscheint und an so manchem Stammtisch zu hitzigen Diskussionen führen dürfte, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung und auf der ersten Testfahrt als genialer Coup: In 5,1 Sekunden prescht der neue S4 wie am Gummiband gezogen auf Tempo 100, deklassiert den Vorgänger mal eben um 0,5 Sekunden. Und dank des gestiegenen Drehmoments auf 440 Newtonmeter machen Zwischensprints jetzt noch mehr Freude. Wer also dem V8-Sound nicht nachtrauert, der wird ab März 2009 (Marktstart) vom heiseren Kompressor-Fauchen aus dem Motorraum verführt. Von außen nehmen sich die beiden übrigens wenig. Die Klangtechniker bei Audi haben ganze Arbeit geleistet. Auch der neue blubbert und dröhnt aus den vier Endrohren, dass es eine wahre Freude ist. Wer sich für die Siebenstufen-s-tronic entscheidet, bekommt zusätzlich ein fast obszönes Zwischen-Bollern beim Hochschalten am Begrenzer (7000 U/min).

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Die beiden härtesten Knaller beim neuen S4 liegen allerdings außerhalb von Emotion und Kurvenhatz. Dank des Hightech-Motors verbraucht der bisher stärkste Vertreter der aktuellen A4-Baureihe mal eben 3,6 Liter weniger als der Vorgänger, liegt jetzt bei 9,7 Litern Super (kein Super Plus) im Durchschnitt. Die S tronik knausert noch gekonnter, braucht 9,4 Liter im Schnitt (ist aber langsamer: nur 5,4 Sekunden bis 100). Der Vorgänger genehmigte sich muntere 13,3 Liter. Getoppt wird die Ersparnis allerdings noch beim Preis. Immerhin 4500 Euro ist der aktuelle S4 BILLIGER als der V8. Da lassen sich locker zehn Tage Malediven oder drei Wochen Thailand für organisieren.

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Beim Endpreis steht trotzdem eine fünf an ersten Stelle, gefolgt von 0950. Dafür gibt’s dann elektrische Alcantara-/Leder-Sportsitze, Klimaautomatik, Xenon-Scheinwerfer, 18-Zoll-Alus und LED-Tagfahrlicht serienmäßig. Wer sich allerdings in der Optionsliste umschaut, sich etwa für das Sportdifferenzial (um die 1000 Euro), die adaptive Dämpferregelung (835 Euro) oder die Dynamiklenkung (1000 Euro) entscheidet, der nähert sich tierisch schnell der 55.000er Grenze.

Fazit:
Wie Porsche beim neuen 911er ist es auch Audi beim S4 gelungen, einen Weltklasse-Wagen noch besser zu machen, gleichzeitig den Vorgänger aber nicht schlecht aussehen zu lassen. War der Audi S4 mit 4,2-Liter-V8-Sauger ein kräftiger Mittelgewichtsboxer, so ist der Neue ein durchtrainierter Kickboxer mit Punch in Armen und Beinen. Neben dem fabelhaften Motor ist es vor allem die Möglichkeit, zwischen hartem Sportler und Familien-Cruiser hin- und herzuwechseln, die den Hightech-S4 zum echten Brüller machen.

P.S. Ich persöhnlich finde es außerdem fabelhaft, dass auch Audi jetzt Bügeltürgriffe hat. Mit den bisherigen Griffschalen bin ich nie ganz warm geworden. (evo-cars.de)

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