Das Alpha-Tier – der neue Porsche 911 GT3

Nochmals stärker, schneller und präziser. So steht es in der Pressemeldung. Seit Jahrzehnten. Jeder neue Elfer ist stärker, schneller und präziser und irgendwann bekommt dann jeder Elfer eine Sportversion, die wieder stärker, schneller und präziser ist. Wie kann das sein? Alles nur heiße Luft und Marketing-Schönfärberei?

p09_0559_a5-1280


Natürlich nicht, denn eine Legende entsteht nicht auf bunten Flipcharts, sondern beim späten Anbremsen von Ex-Mühle, beim harten Ausdrehen auf der Döttinger Höhe und beim Brötchenholen am Samstagmorgen.

Porsche präsentiert nun mit dem neuen GT3 auf Basis der zweiten Generation des 997 die Spitze des Machbaren. Nicht mehr und nicht weniger. Kaum ein Stein blieb auf dem anderen, sogar das geliebte GT1-Kurbelgehäuse musste weichen. Die Enthusiasten werden zwar das legendäre Kurbelgehäuse mit 76.4mm Hub und 100mm Bohrung vermissen, doch die neue Konstruktion bietet gerade in Sache Steifigkeit und Materialauswahl große Vorteile: eine komplett neu entworfene Kurbelwelle mit 77.5mm Hub sorgt im Zusammenspiel mit 102mm-Rennsportkolben für 3.8 Liter Hubraum.

p09_0562_a5-1280
Gemeinsam mit einem geänderten Öl- und Kühlwasserkreislauf wird der neue damit wieder weit in den 8000er Bereich drehen und dabei 435PS produzieren. Doch nicht nur das Gehäuse wurde überarbeitet, auch der Zylinderkopf wurde tiefgreifend modifiziert. Das Vario-Cam-System verstellt nun nicht mehr nur die Einlassnockenwelle, sonder auch die Auslassseite, was die Drehmomentkurve deutlich flacher verlaufen lässt und dem Rennmotor eine deutlich verbesserte Elastizität verleiht.

4.1 Sekunden für den Standardsprint sind deshalb glaubwürdig und 8.2 Sekunden von 0 auf 160km/h zeigen das ganze Potenzial des neuen Kraftwerks. Erst bei 312km/h stößt der neue GT3 an seine Leistungsgrenze. Um bei solchen Tempi auch sicheren Kontakt zur Fahrbahn zu gewährleisten hat Porsche erstmals in einem GT3 das ESP-Derivat PSM (Porsche Stability Management) verbaut. Natürlich lässt es sich genau wie die Traktionskontrolle komplett deaktivieren um den kundigen Fahrer auf der Rennstrecke nicht zu bevormunden.

p09_0560_a5-1280
Ein Großteil der erhöhten Stabilität geht aber auf die komplett veränderte Aerodynamik: die neue Front und vor allem das neue Heck mit vergrößerten Luftaustritten produzieren doppelt soviel Abtrieb wie der GT3 der ersten 997-Generation.

Wie ernst die Ingenieure es bei der sportlichen Anschärfung des neuen GT3 gemeint haben zeigen aber besonders zwei neue Ausstattungsmerkmale: zum einen sind es die besonders leichten Rennsportfelgen, die mit Zentralverschlüssen mit dem Fahrwerk verbunden werden und ab Werk mit UHP-Bereifung ausgeliefert werden, zum anderen das neue PADM. Porsche Active Drivetrain Mount – und nein hier geht es weder um Eisenbahnen, noch um Bergspitzen: die Zuffenhausener Ingenieure haben schlicht adaptive Motorlager entwickelt.

p09_0568_a5-1280
Im normalen Fahrbetrieb dämpfen sie die Motorschwingungen ab und leiten sie nicht in die Karosserie ein um den Komfort nicht zu beeinträchtigen, doch wenn der Fahrer das Kommando gibt blockieren die Dämpfer. Notwendig ist das auf der Rennstrecke, denn hier sorgt ein schwingender Motor für unangenehme Masseimpulse nach dem Einlenken und damit feuchte Hände und eine verpasste Ideallinie. Zu kaufen gibt es den GT3 nach seiner Vorstellung in Genf ab 116.947 EUR.

p09_0652_a5-1280

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: