„Ferrari – Leggenda e Passione“ – Schönes in der Krise

„Ein Ferrari Berlinetta, jung, ungestüm und voll überschüssiger Kraft, kann immer nur ein zusätzliches Auto sein. Ein Drittwagen, der in der Garage steht, um ungeduldig auf seine Stunde zu warten. Und kommt sie dann, an einem Sommermorgen in aller Herrgottsfrühe vielleicht, dann lebt er auf: Ein Druck auf den Schlüssel, und der Zwölfzylindermotor springt in Aktion, erlebnishungrig und zum Unmöglichen bereit.“

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Das waren die Worte der auto revue im Spätsommer 1959. Nun – exakt ein halbes Jahrhundert später – sind es immer noch die gleichen Wagen, die diese unbeschreibliche Faszination ausüben. Falls Sie den Reiz nicht nachvollziehen können haben wir einen kleine Tipp für Sie parat:

„Was man dabei kaum beschreiben kann ist der Duft eines warm gefahrenen 250 GT. Er riecht nach Öl, unverbranntem Benzin, Lagerfett und Reifengummi. Sollten sie einmal zufällig neben einem abkühlenden SWB stehen, knien Sie sich bitte neben die Luftaustrittsöffnung im linken Kotflügel und schnuppern einmal. Dann verstehen sie was gemeint ist.“

Kein modernes Auto wird je die Aura eines 250er Ferrari erreichen. Kein Porsche GT2, kein Enzo, kein Koenigsegg – den hochtechnokratischen Supersportlern fehlt das Menschliche. Sie sind makellos und fehlerfrei. Ein alter Colombo-V12 will noch zur Arbeit überredet werden, sorgsam warmgefahren werden, nicht überbeansprucht werden – er will (oder gar muss?) verstanden werden. Dieses Feingefühl fehlt nicht nur den meisten Autos, sondern vor allem Ihren Piloten.

Aus diesem Grund ist es umso schöner, dass sich jedes Jahr Enthusiasten aus aller Welt in Fiorano einfinden, wenn das Auktionshaus RM zu jährlichen „Ferrari – Leggenda e Passione“ einlädt. Auf dieser Auktion geben sich all jene automobilen Skulpturen ein Stelldichein, deren Reiz man auf den ersten Blick ergeben sein muss – ansonsten sollte man lieber beim lokalen Skoda-Händler um die Abwrackprämie feilschen.

Wir haben einen kleinen Auszug aus dem diesjährigen Lot zusammengestellt und wünschen Ihnen viel Freude beim Stöbern durch die faszinierendsten Automobile der Welt.

An erster Stelle steht der Stirling Moss Grand Prix-Rennwagen. Mit jenem Maserati 250F gewann Moss 1956 den großen Preis von Monaco. Die Preiserwartungen für den 2,5-Liter-Rennwagen mit der Chassis-No. 2526 liegen bei 1.700.000 und 2.000.000 Euro.

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Ein 1949er Ferrari 166 Inter Coupe Stabilimenti Farina, Chassis-No. 037S, für 350.000 bis 425.000 Euro. Der dezent silber-blau lackierte 166 ist ein seltener Rechtslenker.

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1952er Ferrari 212 Europa Coupe Vignale, Chassis No. 0287EU, für 425.000 bis 500.000 Euro.

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Der erste Rennwagen der Auktion ist ein 1956er Ferrari 250 GT Berlinetta „Tour de France“, Chassis No. 0563GT, für 2.900.000 bis 3.400.000 Euro. Das Auto nahm an vielen Rennen teil und ist auch heute ein gern gesehener Gast auf historischen Festivals.

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Das persönliche Highlight des Autors stellt ein 1964er Ferrari 250 GT Berlinetta „Lusso“ dar. Chassis No. 4403GT, für 500.000 bis 600.000 Euro. In der edlen Farbkombination schwarz/creme lässt sich die V12-Faszination von Ferrari für verhältnismäßig wenig Geld erfahren – wenn man ihn mit seinen Rennstrecken-geprüften Brüdern TdF, SWB und GTO vergleicht.

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Das der schöne Lusso auch anders kann zeigt der 1964er Ferrari 250 GT Berlinetta „Lusso Competizione“. Chassis No. 5367GT ist einer von nur 3 bekannten Competizione und wird für 800.000 bis 1.000.000 Euro versteigert werden. Auch er nahm bis zuletzt an historischen Rennen teil und präsentiert sich bestens restauriert und vorbereitet um dem neuen Besitzer viel Freude zu bereiten.

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Ein weiteres Highlight ist ein 1957er Ferrari 250 Testarossa „Pontoon Fender“. Für Chassis No. 0714/TR ist kein Estimate angegeben, interessierte Käufer erfahren mehr auf Anfrage. Sicher ist jedoch, dass der von Scaglietti meisterhaft karossierte Testarossa ein Star auf jedem historischen Event ist und mit offenen Armen zu den Klassikern Festival of Speed, Goodwood Revival, den Classic LeMans und dem OGP eingeladen wird.

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Der 1960er Ferrari 250GT SWB “Berlinetta Speciale Bertone” mit Chassis No. 1739GT kann als Geheimtipp gelten. Die von Bertone geschneiderte Speciale-Karosserie macht den ohnehin überaus exklusiven 250 GT SWB zu einem echten Rarität. Entsprechend hoch ist der angesetzte Preis: für 2.300.000 bis 3.000.000 Euro soll der Bertone versteigert werden.

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Etwas günstiger ist da ein 1959er Ferrari 250GT California Spyder “LWB”, Chassis No. 1487GT. Sein Preis liegt bei 2.100.000 bis 2.600.000 Euro. Gemessen an den Beträgen, die im letzten Jahr für den „kurzen“ Bruder bezahlt wurden kann auch dies als verhältnismäßig „günstig“ verstanden werden.

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Die „Neuzeit“ läutet ein 1966er Ferrari 275 GTB mit „Aluimium-Karosserie“ ein. Chassis No. 08225, ist auf hohem Niveau restauriert und wird für 800.000 bis 1.000.000 Euro den Besitzer wechseln.

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Ein weiteres Rennsporthighlight ist der 1965er Ferrari 275 GTB/C „Competizione Berlinetta“. Chassis No. 07545 ist einer von zehn Competizione Clienti-Versionen der zweiten 275 GTB-Baureihe (short nose) und wiederum nur einer von drei rechtsgelenkten Versionen. Sein Preis: 1.800.000 bis 2.200.000 Euro.

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Die Auktion findet am 17. Mai 2009 auf dem Gelände der Teststrecke Fiorano in Maranello statt und es wird mit Sicherheit nicht viel von einer Wirtschaftskrise zu spüren sein, wenn die Kenner der Branche die neuen Besitzverhältnisse der seltenen Pretiosen unter sich ausmachen.

Wir werden Sie über den Verlauf der Auktion und die endgültig erzielten Preise natürlich auf dem Laufenden halten.

Wenn Sie noch mehr über die „Ferrari – Leggenda e Passione“ erfahren möchten erreichen Sie <hier> den Link zur Auktions-Website und auch mehr Informationen zu den restlichen Autos, denn es stehen nicht nur 250er und 275er zum Verkauf, sondenr auch eine Reihe 365er Daytonas, Dinos und sogar Formel-1-Boliden aus Alesi und Berger-Zeit.

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