Sechs-Drei – nichts ist mehr wie es war.

Die rote Sau. Breit, tief, laut und vulgär. Vor fast 40 Jahren sorgte Mercedes-Benz für mächtig Aufsehen. Aus der schnellsten Serienlimousine der Welt – dem 300 SEL 6.3 – wurde der erste AMG.

Die rote Sau
Mit seinen 420PS aus 6.8 Litern Hubraum ließ der schwäbische Brocken Eau Rouge und Blanchimont erzittern und sprintete 1971 zum Klassensieg der 24h von Spa.

Was aber hat das alles mit dem neuen E 63 AMG zu tun? Nicht viel? Natürlich nicht, denn schließlich hatte die rote Sau einen halben Liter mehr Hubraum, basierte auf der S-, statt auf der E-Klasse und so weiter.

Eines haben Sie aber doch gemeinsam: sie sind mutig. Warum? In einer Zeit, in der die Ölkrise greifbar war und die Welt auch sonst noch nicht bereit war für Familienautos mit Leistungen über 400PS war der nicht nur der Renn-AMG eine Sensation, sondern auch der Serien-Sechs-Drei. Einem 911 davonfahren? Bitte gern, aber natürlich klimatisiert und luftgefedert. Fahren in einer anderen Dimension.

Das wird der neue E 63 zwar nicht schaffen, aber seine Erscheinung entzückt den Betrachter genau wie damals beim ersten AMG. Natürlich wurden die Parallelen zum roten Renner schon vor einigen Jahren bei der Renaissance der 6.3-Labels von der Marketing-Abteilung gezogen, doch er jetzt scheint ein AMG wieder würdig die beiden Chromletter zu tragen.

E63 Front motion
Breit, tief, laut und vulgär – AMG macht wieder ernst. Natürlich waren schon die alten Mega-Mercedes keine Kinder von Traurigkeit, doch die Schürzen und Schweller sahen immer etwas „dick aufgetragen“ aus. Dazu die vier mächtigen Ovalrohre am Heck – fertig war das halbseidene Image.

E63 Seite
Der neue macht es anders, bei ihm passt alles zusammen. Die Front mit den grimmigen LED-Leuchten, die Mercedes am Besten allen E-Klassen spendieren sollte. Die feisten Kotflügel unter denen sich die mächtigen anthrazit-farbenen Felgen breit machen und ein Heck, das zwar auffällt, dank des eckigen Auspuffarrangements aber nicht unangemessen auftritt.

E63 Heck
Doch kommen wir nun zu den Fakten: Vom Serienmodell unterscheidet sich der E 63 AMG neben dem drehmomentstarken V8-Saugmotor durch ein komplett neu entwickeltes Ride-Control-Sportfahrwerk mit elektronisch geregelter Dämpfung und einer neuen Vorderachse mit Stahlfederbeine. Diese besondere Fahrwerkslösung der AMG-Ingenieure bietet den Vorteil, das die vorderen Stahlfedern für ein feinfühliges Ansprechverhalten sorgen, während die hinteren Luftfederbeine dank automatischer Niveauregulierung die Fahrzeughöhe unabhängig von der Beladung konstant halten. Zudem ermöglicht das Fahrwerk durch das elektronische Dämpfungssystem eine blitzschnelle Anpassung zwischen Fahrkomfort und Agilität. Wie bei AMG üblich kann der Fahrer individuell per Tastendruck zwischen drei Fahrwerksabstimmungen (Comfort, Sport, Sport plus) wählen.

E63 Heck motion
Nicht nur die Leistung des V8 mit 386 kW/525 PS und das maximale Drehmoment von 630 Newtonmetern sind identisch mit dem SL 63 AMG, auch das AMG Speedshift MCT-7-Gang Sportgetriebe stammt aus dem Roadster. Die Kraftübertragung verzichtet auf den herkömmlichen Drehmomentwandler. Eine nasse Anfahrkupplung, die im Ölbad läuft, ersetzt den Wandler. Vorteil: Kein wandlertypischer Leistungsverlust und eine spontan dynamische Arbeitsweise.

E63 Innenraum
Dieses Getriebe lässt sich mit vier Fahrprogramme auf die persönliche spezielle Fahrweise abstimmen – eine automatische Zwischengasfunktion erhöht den emotionalen Fahrspaß im E 63 AMG. Den Spurt von 0 auf 100 km/h erledigt die Sportlimousine in 4,5 Sekunden. Dem Vorwärtsdrang setzt die Abregelung bei 250 km/h ein Ende.

E63 Motor
Vielleicht bietet der neue E 63 doch Fahren einer neuen Dimension. Selten hat Mercedes den Fokus so konsequent auf Sportlichkeit gelegt – man darf also gespannt sein ob die neue „100.000-Euro-Sau“ hält was Sie verspricht.

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