Los, abwracken ! – der Nissan Pixo 1.0 visia

das überrascht: wie herzhaft der Dreizylinder zupackt
das ist gut: die motivierte Geräuschkulisse beim Ausdrehen
das weniger: die Rückmeldung der Kupplung

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Bis zum Jahresende hat die Bundesregierung die Nachfrage-stimulierende Abwrackprämie nun verlängert. Ein willkommenes Geschenk, gerade für den Markt der kleinen Stadthopper.
Nissan bringt seine Idee vom Kleinstwagen also exakt zur richtigen Zeit.

Zuerst der Preis: 7990 Euro verlangt Nissan für den kleinsten Pixo. Für die Konkurrenz ist das ein harter Brocken, gerade für Suzuki, denn der baugleiche Alto kostet mit 8900,- beinahe 1000,- mehr. Doch was bekommt man für sein Geld?

Außen 3,60m Blech mit 4 Türen, einer Kofferraumklappe und einer Motorhaube, dazu 4 kleine Stahlräder. Im Innenraum gibt es nicht nur viel Blech von außen zu sehen, sondern auch jede Menge hartes Plastik. Dafür sind die Sitze in der ersten Reihe bequem und auch das Raumgefühl geht in Ordnung. Auf der Rückbank des serienmäßig fünftürigen Pixo geht es naturgemäß etwas enger zu, aber mit etwas Rücksicht auf die Hinterbänkler kann man auch zu viert noch angenehm von A nach B kommen. Den Kofferraum nennen wir dank 129 Litern Fassungsvermögen mal Taschenraum, aber wenigstens lässt sich die Bank umlegen – zwar nur am Stück, aber immerhin.

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Dafür sorgt der Antrieb. 996 Kubik. Leider nicht aus zwei Zylindern mit desmodromischer Ventilsteuerung, dafür verteilt auf drei Zylinder mit vernünftigem Vierventilkopf und einer Verdichtung von 11:1. Holla! So fährt sich der kleine 855kg Pixo dann auch. Der Druckpunkt der Kupplung gibt sich zwar ein wenig Rätsel auf, doch umso rasanter geht es dann los. Nach 14 Sekunden sind die 100km/h erreicht und Spitze schafft der Pixo 155km/h. Doch so schnell will man mit ihm gar nicht fahren. Nicht weil er es nicht könnte, sondern weil er in den Häuserschluchten von Frankfurt, München und Berlin zu Hause ist. Der Dreizylinder greift im ersten und zweiten Gang beherzt an und klingt dabei erstaunlich dreckig. Sanften Naturen mag das zwar rau und hemdsärmlig vorkommen, doch auf der Jags nach der Pole Position an der Ampel ist das genau der richtige Soundtrack.

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Die 4.4 Liter Normverbrauch auf 100km adeln den 1.0 Pixo dann auch zum ersten „PureDrive“-Modell von Nissan, dem in Zukunft noch weitere sparsame Varianten folgen sollen. Das man diesen Wert bei häufiger Ausnutzung des Stimmrepertoires des Pixo nicht erreicht steht – wie so oft – auf einem anderen Blatt.

Das Preisblatt des Pixo ist dafür erfreulich leer. Es steht genau genommen nichts drauf. Für das 7990 Euro teure Basismodell Pixo visio gibt es keine Extras. Punkt. So einfach kann Auto kaufen sein. Farbe wählen, fertig.

Natürlich werden nun wieder Stimmen laut die ESP fordern, CD-MP3-Player, Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung – das alles gibt es zwar, doch nur für den Pixo acenta, der derart ausstaffiert die magischen 10.000 Euro Marke durchbricht.

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Doch das alles braucht man nicht. Im Grunde genommen dürfte Nissan den Pixo auch nicht derart ausstatten lassen, denn das alles geht aufs Gewicht und drückt damit die Leistungsfähigkeit. Und das wollen wir natürlich nicht. Simpel, robust und preiswert, dazu noch serienmäßiges ABS und ein erstaunlich agiler Motor, fertig ist ein solider Stadtflitzer. Also los, abwracken, marsch marsch.

Technische Daten:

Modell: Nissan Pixo 1.0 visia
Motor: 3 Zylinder Benziner, 996cm³
Leistung: 50kW/68PS
Drehmoment:90Nm
Antrieb: Front, 5-Gang manuell,
Verbrauch: 4.4l/100Km Benzin
0-100km/h: 14.0sec
Vmax: 155km/h
Preis: ab 7.990 EUR

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