Gefahr gebannt ? – Porsche und VW wollen fusionieren

Porsche und Volkswagen wollen einen integrierten Automobilkonzern schaffen, bei dem die Eigenständigkeit aller Marken – also auch von Porsche – gewahrt bleibt. Das ist das Ergebnis der Gespräche der beiden Besitzer-Familien der Porsche und Piech sowie der Vorstände beider Unternehmen heute in Salzburg.

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Auf der Grundlage des heutigen Beschlusses wollen die beiden Unternehmen Volkswagen und Porsche in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe die Gespräche unter maßgeblicher Einbeziehung des Landes Niedersachsen als größten Mitaktionär sowie den Arbeitnehmervertretern beider Unternehmen vertiefen, teilte das Unternehmen mit. Ziel sei es, in den nächsten vier Wochen eine entsprechende Entscheidungsgrundlage über die zukünftige Struktur der gemeinsamen Gruppe zu entwickeln.

Damit löst sich das Konzept eines Beherrschungsvertrags und die damit verbundene Aufstockung des Porsche-Anteils an VW auf mehr als 75 Prozent, wie es von den Porsche-Vorständen Wiedeking und Härter vorangetrieben wurde praktisch in Luft auf. Die Übernahme wäre finanziell für Porsche nicht mehr machbar gewesen und auch beim Großaktionär Niedersachen, sowie den VW-Arbeitnehmervertretern stieß das Konzept auf heftige Gegenwehr.

Die neue Fusions-Lösung soll frisches Kapital für die, durch die Übernahme von VW mit neun Milliarden Euro verschuldete, Porsche Holding bringen: Nicht nur, dass Porsche mit VW fusioniert, gleichzeitig soll demnächst auch ein weiterer Großaktionär neben den beiden Eigentümerfamilien Porsche und Piëch Anteile am neuen Konzern übernehmen. Laut Porsche gibt es derzeit genug Interessenten, allen voran das Emirat Katar.

Eins scheint der heutige Tag aber auch gebracht zu haben: etwas mehr Luft für das Duo Wiedeking und Härter, denn nach den turbulenten letzten Wochen ist die neue Lösung zur Entschuldung für beide ein solider Plan die Gemüter wieder zu beruhigen. Ob VW-Aufsichtsratschef Piëch weiter an seiner Lösung festhält, die von VW-Vorstandschef Martin Winterkorn und seinem Finanzstrategen Hans Dieter Pötsch ausgearbeitet wurde, dass VW die Automobilsparte von Porsche aus der Holding herauskauft und so die Schulden tilgt, ist nach dem heutigen Tag eher unwahrscheinlich.

Wiedeking und Härter konnten wohl doch auf Wolfgang Porsche bei der Sicherung Ihres Postens vertrauen, denn der Vetter von Ferdinand Piëch war stets auf Seite der Zuffenhausener und ließ auch heute verlauten, dass „die Porsche AG nicht an VW verkauft wird“. Es bleibt jedoch weiter spannend, wer aus dem familiären Machtkampf letztendlich als Sieger hervorgehen wird.

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