Vorturner – der neue Audi R4

Sie können es einfach nicht lassen. Praktisch jede Studie in Detroit wird von hochspannenden Elektromotoren gespeist: Audi e-tron, BMW ActiveE, BMW X6 ActiveHybrid, BMW 7er Active Hybrid, Mercedes ML 450 Hybrid, Mercedes S 400 Hybrid, , Mini E, Hondy CR-Z, Honda FCX Clarity, Hyundai Blue-Will, Lexus Lf-CH, Subaru Hybrid Tourer, Toyota FCHV-adv, Toyota FT-EV II, Toyota Prius Plug-in Concept, VW New Compact Coupé, Volvo C30 BEV und wir geben hier keine Garantie auf Vollständigkeit.


Doch Abseits der Lithium-Ionen-Zukunftsmusik hat es uns vor allem einer dieser Stromer angetan: das Audi e-tron concept. Warum? Sicher nicht, weil er die blau lackierte Variante des in rot auf der IAA und in orange in Los Angeles gezeigten R8-Elektro-Version ist, sondern weil der Mittelmotor-Sportler der Vorbote für den neuen Audi R4 ist.


Renault wird hoffentlich nichts gegen diese Nomenklatur einzuwenden haben, denn mit bunt bemalten Studentenvehiklen hat der neue Ingolstädter nicht viel gemeinsam: 3.93m Länge, elegante 1.22m Höhe und mächtige 1.78m in der Breite lassen den neuen Audi gedrungen auf dem Asphalt stehen. Die Front trägt unverkennbar die Gene der bildschönen Mutter, die Seitenlinie ist ebenso kraftvoll und auch das kurze Heck passt sich harmonisch in das Erscheinungsbild ein. Hier wirkt nichts nach Baby-R8, Audi hat einfach ein knackiges Kurzheck entworfen. (Und dieser Begriff ist gehört nun ja auch wieder zur Familie)


Wo in der Studie noch zwei Elektromotoren um die Gunst der Klimaretter buhlt und dennoch mit gar nicht Greenpeace tauglichen 204PS und 5.9 Sekunden von 0-100km/h aufwartet, kann man in der Serie auf vernünftige Verbrennungskraftmaschinen hoffen. Zwar sind 2650Nm Drehmoment beeindruckend, acht Stunden Ladezeit verhageln Dir dennoch jeden Reiseschnitt. Und den Urlaub in 250km Etappen anzutreten macht höchstens bei der Tour-de-France-Mitreise Spaß.


Die Ausrichtung des R4 als Mittelmotorsportler ist klar, seit VW den Blue Sport Roadster präsentiert und erklärt hat, dass jede Konzernmarke ein entsprechendes Derivat bekommen wird. Die Motorenpalette wird sich deshalb von den neuen 1.2 Liter TSI-Benzinern mit 105PS, über die 1.4 Liter Doppellader-TSI bis hin zum 2.0 TSI-Topmodell mit 272PS ziehen. Auch bei den Diesel-Triebwerken kann man den Mittelmotor-Rennern die feinsten Stücke des Konzernregals einbauen und vom supersparsamen 1.6 Liter „Bluemotion“, bis hin zum 2.0 Liter-BiTDI mit guten 190PS ist alles denkbar. Kombiniert werden dürfte das Ganze für unseren Geschmack dann noch mit dem famosen 7-Gang-DSG und dem torque-vectoring Sportdifferenzial an der Hinterachse.


Zwar wird der R4 nicht aus exotischen Kunststoffen gefertigt sein wie sein Studien-Vorturner, aber Audi dürfte sich dennoch nicht schwer tun das Gewicht der kleinen Sportlers unter 1400kg zu halten. Vernünftiger Verbrauch bei hohem Fahrspaß steht damit also nichts im Wege, außer vielleicht der Preis. Doch der wird heiß, bedenkt man die eigene Haus-Konkurrenz. Der R4 muss sich am TT orientieren, zumindest was die Topmotorisierungen angeht, darunter darf es natürlich entsprechend günstiger sein. Billig wird der R4 wohl nie, denn dafür gibt es ja den Skoda Roadster – aber dem werden die Konzernchefs in Wolfsburg wieder einen so enormen Schnauzer verpassen, dass man ihn – wenn man nicht gerade Nigel Mansell heißt – nicht wirklich schön finden kann.


Wir jedenfalls freuen uns auf den Audi R4, denn ein derart hinreißendes Coupé mit Motoren, bei denen man sich nicht gleich um den süßen Eisbären Sorgen machen muss zu volkstauglichen Preisen hat der Markt bisher noch nicht gesehen. Mercedes hat zwar einen kleinen Bruder des SLS angekündigt, doch bis dieser sich auf die Messen verirrt werden schon viele schöne R4 auf den Straßen für Begeisterung sorgen. Ganz ohne Elektromotor.

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