Echter als das Original ? – der neue VW Polo GTI

Der GTI ist wieder zurück. Nachdem er in den Golf-Generationen III und IV eher zur sportliche angehauchten Ausstattungsvariante verkommen war hauchten ihm die Wolfsburger mit dem Golf V wieder richtig Leben ein. Stämmiger Antritt, stämmiger Auftritt und dazu ein bisschen Karomuster-Nostalgie. Alles gut also?



Nicht ganz, denn auch wenn die neuen GTI wieder zubeißen und abbiegen wie die Ersten, so sind sie doch in einigen Dimensionen weit von den Vorfahren entfernt. Der Preis eines vernünftig ausgestatteten GTI liegt gerne mal um die 35.000 EUR, was immerhin 70.000 in echtem Geld bedeutet – ist das noch ein Volkssportler?

Auch VW scheint das Problem erkannt zu haben und schafft seit einiger Zeit mit einem kleinen GTI Abhilfe, seit der Polo-Generation 6N gibt es nämlich auch den kleinen Wolfsburger in der Wadenbeißer-Version. Alles gut also?

Nicht ganz, denn VW beging mit dem Polo GTI bisher immer denselben Fehler, wie mit den Pummel-GTI der alten Golf-Versionen: zu wenig Fokus und zu lieblose Gestaltung. Ein starker Motor allein macht eben noch keinen echten GTI.


Mit der aktuellen Polo-Generation soll nun aber der GTI im alten Glanz erstrahlen und den Polo zum echten Volkssportler machen. Mit 1200kg ist das Leergewicht angenehm gering und verlangt keine Adaptivdämpfer-Akrobatik um Agilität zu ermöglichen. Der 1.4 Liter TSI-Motor mit Kompressor und Turbolader produziert mit 180PS und 260Nm Dampf in jeder Lebenslage und die XDS-Elektro-Quersperre soll ungewünschte Traktionsverluste minimieren. Dazu traditionelle GTI-Werte wie einen roten Kühlergrill, Doppelrohrauspuff und Karomuster auf den Sitzen – fertig.

Dass der neue mit Xenonlicht, Panoramaschiebedach, 7-Gang-DSG und anderen Tricks aber auch weit vom eigentlichen Kleinwagensegment entfernt ist untermauern erst die technischen Daten so richtig: 6.9 Sekunden von 0 auf 100km/h, 229km/h Spitzengeschwindigkeit und das alles bei 6.0 Litern Super auf 100 Kilometer. Das kann sich sehen lassen.

Weniger sehen lassen kann sich allerdings das LED-Tagfahrlicht, welches nun nicht nur den Touareg II schmückt, sondern in Kombination mit den Gasentladungsscheinwerfern wohl auch beim Polo erhältlich sein wird. Wir finden dass das nicht sein muss, denn solch eine Wichtigtuerei hat der kleine GTI gar nicht nötig – vielleicht möchte die mindestens 24.000 EUR-zahlende Kundschaft aber nicht auf diese Prise „Premium“ verzichten.

Dennoch, der neue Polo GTI wird den Geist des Originals deutlich intensiver weiterführen, als es seine Vorgänger vermochten und vielleicht läuft er dem großen Bruder tatsächlich den Rang als Volkssportler ab.

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