Der Schnellste gewinnt, nicht – der zweite VLN-Lauf 2010

Zwölf aus Sechszehn hat nichts mit Sechs aus Neunundvierzig zu tun – obwohl die Gewinnwahrscheinlichkeit in beiden Fällen wohl ähnlich dürftig ausfällt. Im Glücksspiel liegt es einfach an der Mannigfaltigkeit der Varianten, im „Rennspiel“ jedoch daran, dass am Ende immer der Manthey-Porsche gewinnt.


So auch beim zweiten Lauf der VLN am vergangenen Samstag. Zum zweiten Mal in Folge hat sich das Team des schnauzbärtigen Olaf Manthey in diesem Jahr durchgesetzt: Marcel Tiemann, Timo Bernhard und Romain Dumas überquerten im Porsche 911 GT3 R von Manthey-Racing nach 28 Runden als Erste die Ziellinie.

Dabei war der Sieg diesmal nicht ganz so ungefährdet wie beim ersten Rennen. Der von Stippler, Fässler und Rockenfeller gefahrene Audi R8 stand mit einer schnellen 8:18min auf der Pole-Position. Dahinter der BMW Motorsport M3 von Priaulx, Lamy und Co. Auf Platz drei folgte der zweite Phoenix-R8 und dann der Mamerow-911. Die Mannschaft der am Ende siegreichen Startnummer 114 ging nur von der fünften Position ins Rennen.


Bei bestem Frühlingswetter lieferten sich zu Beginn des Rennens dann auch der Mamerow-Porsche und die beiden R8 ein packendes Duell. „Das war für mich ein sehr amüsantes Rennen. Zusammen mit Stuck und Mamerow haben wir zu Beginn tollen Sport geboten – hart aber immer fair.“ resümierte Fässler nach Rennende.

Dass der schnelle M3 GT2 nicht am Kampf um die Spitze eingreifen konnte lag an seiner Antriebswelle, denn bereits am Ende der vierten Runde musste die Startnummer 743 für eine Dreiviertelstunde an die Box. Die Enttäuschung ist Andy Priaulx in seinem Statement nach dem Rennen deutlich anzumerken: „Die Performance unseres BMW M3 GT2 war das ganze Wochenende über sehr gut. Im Zeittraining konnten wir uns für die erste Reihe qualifizieren, der Start hat Spaß gemacht. Alles sah nach einem interessanten Kampf mit Porsche und Audi aus. Das Problem mit der Antriebswelle hat uns dann aber leider zurückgeworfen. Unsere Ergebnis spiegelt daher nicht die Leistungsfähigkeit unseres Autos wider.“


Wahre Worte, die auch für unseren Wochenspiegel-Clio zutreffen. Nachdem das erste Rennen mit einem soliden dritten Platz in der Clio-Cup-Trophy beendet wurde, hat sich die Mannschaft von Erkes Fahrzeugtechnik noch einmal intensiv Gedanken über die Fahrwerksgeometrie gemacht um vielleicht doch noch die ein oder andere Sekunde zu finden.

Das Ergebnis der Mühen war zu Beginn der Rennens durchaus positiv, denn Axel Linther – diesmal solo auf dem Fahrzeug unterwegs – fuhr die erste Rennstunde konstant unter der 10-Minuten-Marke und damit im Schlagdistanz zur sehr starken Clio-Konkurrenz wie dem Vorjahresmeister Jannik Olivo, dem „Brötchen“ von Karl Brinker und dem Schweizer Schläppi-Race-Tec-Team. Nach guten 100 Minuten kam es jedoch zum vorzeitigen Aus, als beim planmäßigen Boxenstop, nach vorab aufgetreteten Geräuschen, ein gerissener Abgasstrang diagnostiziert wurde.


Von Defekten blieb neben unserem Clio aber auch die Spitzengruppe nicht verschont. Der R8 LMS von Stippler, Fässler und Rockenfeller musste nach sechs Runden für einen mehrminütigen Stop an die Box, nachdem die Hinterachse Probleme bereitet hatte. Die durch den Check verlorene Zeit konnte das Team bis zum Schluss nicht wieder aufholen. Das Schwesterfahrzeug musste nach einem Reifenschaden das Rennen sogar ganz beenden.

So kam es, dass an vorderster Front wie schon in den vorangegangenen Jahren wieder der Manthey-Porsche zu finden war. Unauffällig, konstant und mit ein bisschen Glück fuhr die Startnummer 114 an die Spitze und lieferte sich dort ein sehenswertes Duell mit dem Mamerow-Porsche von Chris Mamerow und Sascha Bert. Nachdem dieser jedoch kurz vor Schluss nach einem Unfall im Schwalbenschwaz demoliert das Rennen aufgeben musste, war der Sieg für den 911 GT3 R von Tiemann, Bernhard und Dumas nur noch Formsache.


Für Spannung sorgte nur noch der orange-farbene Hybrid-Porsche, der weder in der Spitzengruppe gestartet war, noch durch übermäßig schnelle Rennrunde auffiel, diesmal aber tatsächlich nur für zwei Tankstops in die Box fahren musste. So konnte der sparsame Stuttgarter dem zwar schnelleren, aber auch deutlich durstigeren (4 Tankstops) R8 LMS von Phoenix-Racing noch gefährlich werden. Am Ende des 4h-Rennens trennte die Konktrahenten nur ein Abstand von 1.7 Sekunden.

„Wir können in einem Stint bis zu zehn Runden fahren und das bei der nahezu gleichen Performance wie der normale 911 GT3 R“, freute sich Bergmeister. „Das Hybridsystem hat uns heute klar dabei geholfen, Kraftstoff zu sparen. Außerdem ist es ein tolles Gefühl, wenn man beim Herausbeschleunigen aus den Kurven oder beim Überholen den Extra-Schub der insgesamt 120 Kilowatt starken Elektromotoren spürt.“


Hinter dem Spitzentrio fuhren die amtierenden Meister Christer Jöns und Sean Paul Breslin, unterstützt von Johannes Stuck im Audi R8 LMS von Black Falcon auf Platz vier. Dahinter pilotierten Rodney Forbes und Kai Riemer den schnellsten Cup-Porsche auf Platz fünf. Richard Görannson, Stian Sorlie und Dirk Müller wurden im BMW Z4 GT3 als Sechste abgewinkt, Klaus Abbelen und Sabine Schmitz brachten den schnellsten Porsche aus der Klasse SP7 auf Platz sieben ins Ziel.

Weniger Stuttgarter Motorsport-Massenware also? Mitnichten, denn „Zwölf aus Sechszehn“ zeigt, dass ein Dutzend 911er im Ergebnis der ersten 16 Fahrzeuge auftauchen. Zwar drängen die R8 LMS ganz vorne mit Macht an die Spitze, doch kränkeln sie auch in der zweiten Saison noch relativ häufig, wie auch der taufrische (und pfeilschnelle) M3 GT2 von BMW.


Einen Lauf, den 52. ADAC ACAS H&R-Cup am 24. April, haben die Werke noch Zeit die Haltbarkeit in den Griff zu bekommen, bevor es Mitte Mai zum Showdown beim 24h-Rennen kommt. (Für uns steht der Sieger zwar schon fest, aber den Tipp behalten wir noch für uns…)

Text: Fabian Mechtel
Bilder: vln.de / ks design

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