Die Kronen des Motorenbaus – engine of the year 2010

Eine Weltmeisterschaft läuft noch, eine andere ist schon vorbei – die der Motoren. An den Ausgang der Letzteren könnten sich die Fußballer übrigens gerne halten. Denn für die deutschen Motorenbauer waren die diesjährigen engine of the year-Awards wie immer ein voller Erfolg.

Seit 1999 werden jährlich von einem renommierten Experten-Teams die Motoren-Oscars vergeben. Ein spannendes Thema, vor allem wenn man die aktuelle Vielfalt auf dem Markt bedenkt. Umso erstaunlicher sind die Ergebnisse, denn man kann in jeder Kategorie nur zustimmend nicken – man vergisst im Alltag tatsächlich wie viele sensationelle Motoren es derzeit gibt.

Hier also die Gewinner:

best new engine 2010der Fiat 1.4 Liter Multiair-Motor

Mit seiner revolutionären Einlassventilsteuerung überzeugte der Fiat-Antrieb die Jury. Beliebige Nockenprofile und damit beliebige Öffnungsstrategien bedeuten nicht nur mehr Leistung und Drehmoment, sondern auch deutlich weniger Verbrauch. Mit dieser Technologie konnte der 170PS-Vierzylinder sogar der neuen V8-Treibsatz des Ferrari 458 Italia auf Platz zwei verweisen.

green engine of the year 2010der Toyota 1.8 Liter Hybrid-Motor

Unverständlich, weil zeitgeistig – aber auch Experten machen Fehler. Man lobt die Reife des System, wie auch die Verwendung im neuen Kompakten Auris. Warum jedoch Multiair und TSI-Twincharger hinten anstehen müssen bleibt fraglich.

best performance engine 2010der Mercedes-Benz AMG 6.2 Liter-Motor

“sound alone would put this engine at the top”. Wie wahr. Doch auch Leistungsentfaltung, Drehmoment und nicht zuletzt die dank herkömmlichem Saugerprinzip erfreulich geringen Realverbräuche bringen den großen AMG-V8 zum zweiten Mal in Folge an die Spitze. (Übrigens: mit diesem Sieg hat Mercedes den Performance-Award öfter gewonnen als die Konkurrenz aus München!)

best sub 1.0 litre engine 2010der Toyota 1.0 Liter-Motor


Mancher mag es nicht verstehen, doch die kleinen Motoren, die Aygo, 107 und C1 eintreiben sind wirklich echte Highlights. Mit 67kg Gewicht sind sie die leichtesten jemals entwickelten Fahrzeugmotoren. Voll-Alu-Konstruktion, variabler Ventiltrieb und innovative Sparlösungen machen den 67PS-Antrieb zum verdienten Sieger. Auf Platz zwei kommt der von Mitsubishi gefertigte Motor der smart cdi.

best 1.0 to 1.4 litre engine 2010der VW 1.4 Liter Twincharger-TSI-Motor

Erstmal bekam er dieser Jahr würdige Konkurrenz durch den Fiat-Multiair-Antrieb, doch auch so reichte es zu einem komfortablen Sieg für den bis zu 180PS-starken Treibsatz aus Wolfsburg. Direkteinspritzung, Kompressor und Turbolader sichern nicht nur Effizienz, sondern auch viel Drehmoment bei niederen Drehzahlen, sowie Drehfreude ohne Verlustleistung am Drehzahlende. Zum fünften Mal in Folge erfolgreich übrigens.

best 1.4 to 1.8 litre engine 2010der BMW-PSA 1.6 Liter Turbo-Motor

Endlich ein Sieg für die Motorenwerke aus Bayern. Mit Valvetronic, Direkteinspritzung und TwinScroll-Ladertechnologie wäre es auch vermessen diesem kleinen Hightech-Aggregat nicht den Sieg zu gönnen. Warum allerdings der Toyota-Hybrid auf Platz zwei landet und der famose Alfa 1750er nur am fünften Rang notiert wird, bleibt sehr fraglich.

best 1.8 to 2.0 litre engine 2010der BMW 2 Liter Twinturbo-Diesel-Motor

Aus zwei Litern Hubraum selbstzündend 204PS und 400Nm zu generieren bedarf schon eines sehr guten Konzeptes. Belohnt wird dieser Aufwand mit dem ersten Platz vor starker Konkurrenz, wie dem neuen EU5-sauberen 2.0 Liter TSI des Volkswagen-Konzerns. Können Diesel überhaupt noch besser werden?

best 2.0 to 2.5 litre engine 2010der Audi 2.5 Liter TFSI-Turbo-Motor

Ja, das hat er verdient. Nicht nur, dass er die Fans des rohen Fünfzylinder-Soundtracks verzückte, nein, mit 450Nm, 340PS und einer 4.5sec von 0 auf 100km/h begeistert der Fünfzylinder des Audi TT RS jeden. Da kann auch der famose Mercedes-Benz 2.1-Liter Vierzylinder-Diesel nicht mithalten.

best 2.5 to 3.0 litre engine 2010der BMW 3 Liter Twinpower-Motor

Eigentlich könnte man diese Klasse aufgeben. Seit seinem Erscheinen in 2007 hat der BMW-Wundermotor diese Kategorie gewonnen und die letzte tiefgreifende Überarbeitung mit dem Einzug von Valvetronic und dem Verzicht auf einen Turbolader durch TwinScroll-Technik sollte dem 306PS-Antrieb auch weiterhin die Siege in Folge bescheren. An zweiter Stelle steht übrigens der 3-Liter Twinturbo-Diesel von BMW. Keine Chance also für die Konkurrenz, die BMW in dieser Kategorie noch nie den Sieg streitig machen konnte.

best 3.0 to 4.0 litre engine 2010der BMW 4 Liter V8-Motor


Ein ähnliches Bild wie in der Klasse zuvor gibt es auch bei den “Halbstarken”: erst kommt München und dann sehr lange nichts. Der alte 3.2 Liter R6 des M3 E46 gewann diese Kategorie sechs Mal in Folge und wurde somit zum erfolgreichsten Motor aller Zeiten. Nur in 2007 konnte mit Porsches 3.6-Liter Turbo mit VTG überhaupt ein andere Hersteller je die Krone in dieser Klasse aus München klauen. Mit dem aktuellen S65-Motor des E90 M3 bleibt jedoch alles beim Alten. 420PS, Vierfach-VANOS und EfficientDynamics verhelfen zum Sieg vor Porsche 3.8-Liter GT3. Wie am Nürburgring.

best above 4.0 litre engine 2010der Mercedes-Benz AMG 6.2 Liter-Motor

Die Königsklasse im Motorenbau und der Dicke von AMG gewinnt. Bis zu 571PS stark, Nenndrehzahl weit über 7000 Umdrehungen und dazu das Vermögen aus einer braven Limousine einen rotglühenden Rennwagen zu machen – dagegen kommt selbst ein 4.5 Liter Ferrari V8, ein aufgeladener Jaguar-5.0-V8, wie auch die Elite aus München (5.0 Liter V10, 4.4 Liter V8-Biturbo) nicht an. Doch eigentlich müsste Sie alle einen Preis bekommen…
Doch der „Über-Oscar“ steht noch aus, der Titel des „international engine of the year 2010“. Und er geht an Volkswagen, den 1.4 Liter Twincharger-TSI-Motor.

In der Summe seiner Eigenschaften sei der kleine Vierzylinder einfach phänomenal. Stark und sparsam – kein anderer Motor sei so zukunftsgerichtet wie der VW-Antrieb, obwohl er den Verzicht nie spüren lässt. Mit seinem zweiten Sieg in Folge steigt der VW-Motor zusammen mit dem BMW 5.0-Liter-V10 und dem TwinTurbo-R6 aufs ewige Siegertreppchen. Nur diese drei Antriebe konnten die Königsdiszipling zweimal (und in Folge) gewinnen. Die Zukunft bleibt spannend, denn der 3.0 Liter R6 von BMW lag schon diesmal nur 19 Punkte (384 zu 365) hintenan und seine technische Überarbeitung wird ihm in 2011 wohl wieder den Sieg und damit die alleinige Allstar-Krone bescheren.

Freuen wir uns also auf das nächste Jahr und drücken nun den Deutschen bei der anderen Weltmeisterschaft die Daumen.

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