Wenn nur die Front nicht wäre – der neue BMW X3

Er war der Erste seiner Art und wurde mehr als belächelt. Kaum jemand konnte sich vorstellen, dass die Kunden auf einen Midi-SUV gewartet hatten – noch dazu auf einen, dessen Design ähnlich merkwürdig wie das des 2003er BMW X3 war.

Doch die Münchner belehrten die Zweifler eines besseren und nicht nur die Konkurrenz aus Ingolstadt und Stuttgart brachte mit Q5 und GLK Alternativen auf den Markt, sogar Volkswagen startete mit dem Tiguan einen Bestseller in der Klasse der kleinen Geländegänger.

Bei BMW aber schmunzelte man über die Konkurrenz, hatte man doch zum Markstart der Nebenbuhler bereits die zweite Generation des Allradlers fertiggestellt. Nun zeigt sich der neue X3 mit der Modellbezeichnung F25 erstmal der Öffentlichkeit.


Optisch hat der Neue klar gewonnen. Beim Betrachten der Heckpartie möchte man fast meinen, dass BMW auf die Spur des guten Designs zurückgefunden hat – nur wie so oft macht das andere Ende diesen Eindruck wieder zunichte. Die eckigen Scheinwerfer wollen nicht so recht zum „flow“ passen und stören den Gesamteindruck nachhaltig. Wohl sollte mit diesem Element die Brücke zur kantigen Nase des Vorgängers geschlagen werden. Schade.


Größer ist der X3 natürlich auch geworden. Das Wachstum soll vor allem den vorher eher stiefmütterlich behandelten Fondpassagieren zu Gute kommen. Der Kofferraum ist ebenfalls auf ein Volumen von 550 Liter angewachsen.

Im Innenraum hingegen hat man sich tatsächlich für eine schlüssige Gestaltung entschieden. Zusammen mit den hochwertigeren Materialien ergibt sich nicht nur eine gute Ergonomie, sondern auch eine klar attraktivere Haptik. Die Bedienelemente sind eine gelungene Mischung aus neuem 5er und bekanntem 3er. Das 8.8 Zoll-Display stellt hochauflösend alle Infotainment-Funktionen dar, wie auch die Bilder der Rückfahrkamera. Gegen Aufpreis gibt es, wie auch in den großen Klassen, ein Head-Up-Display.


Überhaupt spielt die Elektronik eine große Rolle im neuen X3. Das Fahrwerk kann nun gegen Aufpreis ebenfalls adaptiv geordert werden und verfügt analog zu den hochpreisigen Modellen über verschiedene Modi. Doch damit der neue Münchner weiterhin die Fahrdynamikkrone tragen darf, kommt ihm nicht nur die Elektronik zu Gute, sondern auch ein neues Fahrwerkslayout. An der Vorderachse kommt eine Doppelgelenk-Zugstrebenachse zum Einsatz, hinten arbeitet eine Fünflenker-Hinterachse.

Vorerst wird es den X3 nur als xDrive-Allrad geben, der seine Antriebsmomente variabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt. Meist jedoch, wie es sich für einen BMW gehört, mit Vorteilen für die Hinterhand. Um die Dynamik noch zu steigern kann man die aus dem X1 bekannte Performance Control ordern, die eine abgespeckte Form des torque vectoring darstellt und durch gezielte Bremseingriffe am kurveninneren Hinterrad für ein Einlenkmoment des Fahrzeuges sorgt. Das Stabilitätsprogramm DSC greift somit erst etwas später ein.


Neu – und im Sinne der Fahrdynamik mit einem Fragezeichen zu versehen – ist auch die elektromechanische Servolenkung. Sie spart zwar Kraftstoff, doch ist sie im Sinne des Gefühls meist doch eher fragwürdig. BMW verspricht dennoch eine gesteigerte Präzision und bietet zusätzlich noch eine variable Aktivlenkung an, die den Lenkwinkel an die Geschwindigkeit anpasst.

Das Wichtigste bei einem BMW bleibt aber aller Fahrwerks-, Design-, und Infotainment-Spielereien zum Trotz der Antrieb. Hier geben sich die Weiß-Blauen keine Blöße und verbauen bewährt Gutes. Zum Marktstart gibt es für 39.100 EUR den manuell geschalteten X3 xDrive20d mit dem bekannten 184PS Selbstzünder. Auf Wunsch gibt es ihn auch mit der Achtgang-Automatik und einem Start-Stopp-System, was zu einer verbesserten Effizienz führt – 5.6 Liter gibt BMW im Schnitt auf 100km an. Der kleine Diesel beschleunigt dennoch in 8.5 Sekunden von 0-100km/h und läuft erst bei 210km/h gegen die Luftwiderstandsbarriere.


Schneller, aber weniger sparsam ist der zweite Motor, der zum Start verfügbar ist – der X3 xDrive35i. 5.7 Sekunden für den Standardsprint sind ein sehr guter Wert für einen fahrenden Hochsitz, wie auch der Verbrauch von 8.8 Litern erstaunlich ist. Zu erreichen sind solche Werte natürlich nur durch den Einsatz ausgeklügelten Packagings, weshalb es den großen 306PS-Benziner auch nur in Kombination mit der Achtgang-Automatik gibt. Die Preise für den Ottomotor beginnen bei 51.850 EUR.

Marktstart des neuen X3 ist der 20. November 2010. Die weiteren Motoren werden im darauffolgenden Jahr kommen. Besonders die Varianten xDrive 28i und xDrive30d sind hier von Bedeutung. Mit Spannung wird auch die neue vierzylindrige Turbo-Ottomotor-Generation erwartet, die im X3 Einzug hält, nachdem sie im neuen 1er ihre Premiere gefeiert hat.

Ob dieser allerdings ebenfalls nur von einer Seite schön aussieht wird sich erst noch zeigen. Zu wünschen wäre es nicht, denn die feine Technik aus München hat es verdient endlich mal wieder ansprechend verpackt zu werden…

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