Leistung zählt! – der 7. VLN-Lauf 2010

„balance of performance“, das sollten die Zauberworte werden, um die stetig fallenden Rundenzeiten in der Langstreckenmeisterschaft in den Griff zu bekommen – doch die letzten Läufe zeigten sowohl im Training als auch bei den Rennen Zeiten näher an der 8-Minuten-Grenze, als an der 8.30er.

Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus:

Nachdem sich unsere Berichterstattung über das vergangene 6h-Rennen einem spektakulären Interesse erfreut, sehen wir uns gezwungen den „spannenden“ Teil fürs Erste zu entfernen.

Es ist nicht so, dass wir uns einem Druck von außen beugen, vielmehr soll es bei einer fairen Berichterstattung bleiben – und fair ist sie erst, wenn wir unsere Aussagen zu 100% belegen können.

Da getroffene Hunde aber bekanntlich bellen und sich unsere bisherige Recherche mit dem gestern Geschriebenen deckt, scheint an der allgemeinen Stimmung im Fahrerlager zum Thema „balance of performance“ doch etwas dran zu sein.

Wer allerdings auf einen Vorteil der Audi R8 LMS, oder anderer Exoten wie Dodge Viper und Corvette C6 hoffte, der wurde von einem entfesselt fahrenden Lance David Arnold enttäuscht. Trotz der nun vorgeschriebenen Leistung setzte sich der Haribo-Porsche mit der Startnummer 88 an die Spitze des Feldes. Einzig der R8 LMS von Stippler, Ludwig und Stuck konnte mit einer 8.09 Minuten in Schlagdistanz bleiben.

In der Anfangsphase kämpfte Stippler dann auch an der Spitze des Feldes. Nach nur sieben Runden war das Rennen jedoch vorzeitig beendet: Der Phoenix-Audi schied mit verzogener Spur nach einer Kollision mit einem zu überrundenden Fahrzeug aus. Marko Hartung , Jörg Viebahn und Claudia Hürtgen konnten sich mit dem BMW Z4 GT3 über weite Strecken in der Spitzengruppe behaupten, blieben dann aber in Runde 24 mit einem technischen Defekt auf der Strecke.

„Wir hätten gerne länger mit dem Audi gekämpft“, sagt Teamchef Olaf Manthey. „Als unsere Fahrzeuge dann das Rennen bestimmt haben, gab es trotzdem keine Stallorder. Ich habe nur zu den Jungs gesagt, dass sie sich nicht gegenseitig wehtun sollen.“ Voller Freude über den historischen Sieg war Arnold: „Dieser Sieg bedeutet mir sehr viel und freut mich auch für mein Team. Wir haben wirklich lange und hart für diesen Erfolg gearbeitet. Das Rennen heute war verdammt hart. An der Spitze gab es die kompletten sechs Stunden Duelle Stoßstange an Stoßstange – auch unter Teamgefährten. Hammer, das war eine tolle Show für die vielen Zuschauer an der Strecke.“ Mit einem lachenden und einem weinenden Auge kehrte Klasen von der Siegerehrung zurück. „Ich war in der Startphase in tolle Zweikämpfe involviert – und das als Gentlemen-Driver“, grinste er. „Mit Platz zwei bin ich am Ende natürlich nicht zufrieden. Wenn man mit einem Manthey-Porsche an den Start geht, möchte man auch ganz oben stehen.“ Gindorf entgegnete mit einer großen Portion Ironie: „Wir sind da etwas genügsamer und nutzen einfach unsere Chancen. Im Ernst: Wir haben unsere Podiumsplatzierung bestätigt. Mit uns darf man also auch weiter rechnen.“

Die beiden Sieger Lance David Arnold und Christian Menzel haben beim siebten Lauf der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring überdies einen historischen Sieg errungen: Der Porsche 911 GT3 R des Haribo Team Manthey wurde beim 6h ADAC Ruhr-Pokal-Rennen nach 6:06:56,091 Stunden abgewinkt. Dabei legten Arnold/Menzel in 42 Runden auf der 24,369 Kilometer langen Kombination aus Nürburgring Kurzanbindung und Nordschleife eine Distanz von 1023,498 Kilometern zurück. Noch nie in der 83-jährigen Geschichte des Eifelkurses wurde bei einem 6h-Rennen für Tourenwagen auf dem Nürburgring zuvor die 1.000-Kilometer-Marke geknackt. Das Podium komplettierten Timo Bernhard, Arno Klasen und Christian Hohenadel sowie Armin Hahne, Jochen Krumbach und Marc Gindorf in zwei weiteren Porsche 911 GT3 R von Manthey-Racing.

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