Genfer Salon 2011 – die Faszination ist zurück. Ein Überblick.

Die Depression ist vorbei und auch der Hype um CO2-Emissionen hat sich beruhigt. Die Hersteller haben die Zeit genutzt und stellen in Genf nun wieder Automobile aus, die uns entzücken. Hier die asphaltfrage-Messeübersicht:



Die Serienmodelle:

Alpina B5 touring – der Gentleman unter den Kraftprotz-Kombis ist wieder da. Viel Ladevolumen und noch mehr Ladedruck sorgen in Kombination mit der geschmeidigen Achtgangautomatik für sorgenfreies Vorwärtskommen. Aber beim Beladen immer auf das handschuhweiche Lavalina-Leder achten!

Aston Martin Virage – Diversifizierung lautet das Zauberwort. Zwischen DB9 und DBS klaffte tatsächlich noch eine riesige Lücke, die der Virage nun gekonnt schließt. 490-V12-PS, ein (wieder einmal) betörendes Blechkleid und die orangene Farbe sind aber eh Legitimation genug für eine Serienproduktion.

Lamborghini Aventador LP700-4 – knapp 100 Kilogramm weniger Gewicht, 30 Mehr-PS und dazu ganz normal ein Rennwagen-Fahrwerk. Der scharf gezeichnete Aventador wird alles richten. Im Fahren sowieso.

Ferrari FF – der stilsicherste Ferrari seit langem. Mit 800 Litern Kofferraumvolumen wohl auch einer der Günstigsten. Schließlich muss man der weiblichen Begleitung am Zielort nicht die komplette Garderobe erst kaufen.

Jaguar XKR-S – die Briten wünschen dem E-Type alles Gute zum 50ten. Damit? Schade, denn auch wenn er 300km/h fährt sieht der XKR-S so aus, als könne er direkt auf den Titel des D&W-Kataloges fahren.

Mercedes C-Coupé – die Kunden scheinen den Wegfall des CLK noch nicht richtig verstanden zu haben. Gut so, denn mit Hofmeister-Knick am Heckfenster und edlem Cockpit macht das kleine Coupé richtig was her. Mit dem 6.3-Liter AMG-Treibsatz unter der Haube erst recht.

Porsche Panamera S hybrid – Willkommen in der Welt der Laborwerte. Unter sieben Litern Kraftstoff soll der hybride Zweitonner auf 100 Kilometern verfeuern. Gutgläubige müssen aber erst einmal über 100.000 EUR nach Zuffenhausen überweisen um mit dem Sparen anfangen zu können.

Saab 9-5 Sportcombi – Schick ist er geworden, der neue Hoffnungsträger aus Schweden. Bleibt zu wünschen, dass die Kunden nicht merken wie viel Insignia im 9-5 steckt. Denn dann ist der Preis nur schwer zu rechtfertigen.

Gumpert Tornante – wie man aus einer deutschen Rennwagenbastelstube einen Grand Tourer macht? Indem man ihn in Italien neu einkleiden lässt und das neue Belüftungskonzept der Fahrerkabine preist? Wohl kaum.

Toyota Prius+ – Oje, jemand hat den Klimaretter aufgeblasen! So zumindest sieht die Van-artige Abart des Hybrid-Pioniers aus. Mit Lithium-Ionen-Batterie soll er alles ein wenig besser können.

Lancia Ypsilon – diesem Einzelkämpfer sollte man besondere Beachtung schenken. Er ist wirklich ein echter Lancia Fiat 500 und kein umplagierter Chrysler. Mit Zweifarblackierung, Twin-Air-Antrieb und Poltrona Frau-Leder sicher eine Versuchung bei den Kleinsten.

De Tomaso Deauville – De Tomaso ist wieder da, aber bitte womit? Einer Mischung aus 5er GT, Aston Martin und Ford Mondeo. Wer die Italiener zu diesem Modell beraten hat ist uns schleierhaft.

Morgan Threewheeler – god save the queen. Eine Alu-Zigarre befeuert von 115-V2-PS, die Dich und deinen Hintern nur eine faustbreit über dem Asphalt durch die Landschaft reißen. Herrlich, und bitte nur in WWII-Bemalung.

VW Golf Cabriolet – das Erdbeerkörbchen! Nur ohne Körbchen. Wenigstens in Erdbeerrot.

BMW ActiveE – nomen est omen? Scheinbar nicht, denn im Gegensatz zu allen anderen kaspern die Münchner nur mit wirren Elektro-Studien auf dem Salon umher. Was hätte Nocken-Paule bloß dazu gesagt?

Brabus SLS 700 – eigentlich sind wir keine ausgeprägten Fans von „Tuningmaßnahmen“. Brabus aber hat alles richtig gemacht. Geschmackvolle Änderungen am Blech, anspruchsvolle Eingriffe am Triebsstrang, fertig sind 700 Pferde mit bösester V8-Stimme.

Die Studien:

Alfa Romeo 4C – mamma mia. Was hätte Alfa für Chancen gehabt: 1750er turbo benzina, Doppelkupplungsgetriebe, Heckantrieb und 850kg Gewicht. Aber warum keine schöne Karosserie, beim 8C hat es doch auch so gut geklappt?

Audi A3 Limousine – das sitzt. Der Kleinste als Stufenheck, ganz normal mit dem neuen Leitwolf-Blick. 408PS, active-oversteer-Allrad, Amen.

VW Bulli – da ist er wieder. Klein, aufgeräumt, atemberaubend. Ob das neue iPad 2 auch als headunit funktioniert?

Wiesmann Spyder – hat man bisher Verständnis für das Design der Dülmener GFK-Schmiede gehabt, so endet dies hier abrubt. Wer soll dieses Unikum fahren? Batman?

Fiat 500 Zagato – spitz zulaufende Seitenfenster, top chop und double bubbles. Gutes Design kann so einfach sein. Vielleicht nicht gerade in Gelb.

MINI Rocketman – kurz ist er, dafür umso breiter und höher. Ansonsten mit netten Ideen gespickt. Aber wo bitte ist bei 3.7 Litern Verbrauch die „rocket“ versteckt?

Rolls-Royce 102 EX – der Regent fährt elektrisch. Clevere Idee der Briten, nutzt der Eigentümer bei Strecken >100km meist eh den Learjet. Inwiefern die beleuchtete Emily Einfluss auf die Reichweite hat ist nicht bekannt.

Skoda Concept D – die Tschechen sollen bei der Qualität downsizen um der Mutter nicht das Geschäft zu verhageln. Wenn die Zukunft so aussieht dann finden wir das gut. Man trägt wieder Schnauzer.

Text: Fabian Mechtel
Bilder: Hersteller

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