Das Auto? Mein Auto! – der HBH Bulldog GT

Almost no one wakes up in the morning and thinks: “I know. Today, I shall start a car company.” And those who do make this curious lifestyle choice never decide to make a small hatchback, or a solar-powered trike that could be used in the emerging world. No. They always, always, always think: “I shall make a supercar.”


So wie Jeremy Clarkson den Beginn vieler Supersportwagen-Manufakturen beschreibt, schien die Geschichte auch bei HPH angefangen zu haben: Eine Idee, dazu eine handvoll Renderings, blumige PR-Texte und atemberaubende Leistungsdaten.

Das war vor einem knappen halben Jahr. Viel ist seitdem nicht passiert, doch jetzt wurde das Projekt der drei Dänen Hermann, Brandt und Hartvig konkretisiert und in den Fokus unseres Interesses gerückt. Warum? Nicht, weil die Kollegen vom classicdriver rührig Werbung (als einzige?) für das Projekt machen, sondern weil die ganze Idee des Bulldog GTs spannend ist.


Da wäre zuallererst der Name: Bulldog. So hieß dereinst ein von Aston Martin 1976 im Kundenauftrag gebautes Einzelstück mit kolportierten 700PS und Mittelmotor. Dass der Kunde das Fahrzeug dann aber wegen Lieferverzögerungen doch nicht abnahm und man erst vier Jahre später einen Kunden fand, macht die Dänen nur noch sympathischer, scheinen sie die Chancen ihres Projekts im aktuellen Wirtschaftsumfeld doch realistisch einzuschätzen.

Um das Auto für den Investor reizvoller zu gestalten, gibt es beim Kauf des ersten Bulldog GT gleich 50% der Design- und Produktionsrechte mit dazu. So kann man sich selbst aussuchen, ob man den einzigen GT fahren möchte, oder ob man das Investment mit einer Serienproduktion zu refinanzieren versucht.


Aber bleiben wir bei der technischen Verwandtschaft und hoffen darauf, dass sich das monetäre Trauerspiel von Aston Martins Bulldog für HPH nicht wiederholt. Wie der echte Bulldog verfügt auch der neue GT über einen Mittelmotor. Da die drei Designer zwar Erfahrung mit dem Zeichnen von Supersportwagen haben (der Zenvo ST1 wurde auch von HPH entworfen), aber die Technik eher den Experten überlassen, basiert der Bulldog auf einem adaptierten Chassis des Aston Martin V12 Vantage.


Überhaupt erinnert viel an das Grundmodell. HPH hat die Essenz des aktuellen Aston-Martin-Designs sehr geschmackvoll an die Proportionen eines Mittelmotorsportwagens angepasst. Wüsste man es nicht besser, wäre man fast geneigt von einem Serienmodell auszugehen. Doch da ist ja noch das Triebwerk. Hier hat man nicht alles original gelassen. Zwar bleibt der Hubraum mit sechs Litern verteilt auf 12 Zylinder identisch mit dem V12 Vantage, dieser muss aber auf die zwei Eaton-Kompressoren verzichten, die dem Bulldog GT die Luft in die Brennräume pressen. 675PS und über 750Nm sollten für ausreichend Vortrieb in jeder Situation sorgen und das Laufgeräusch dieser Maschinen möchten wir uns kaum ausmalen.


Die Fahrleistungen treten da fast schon in den Hintergrund. Man glaubt den Machern gerne, dass der GT zügig auf 100km/h beschleunigt, die 300er-Marke locker knackt und dank überarbeitetem Chassis auch vernünftig auf der Straße liegt. Daran soll auch die Aerodynamik großen Anteil haben, auf die man ebenfalls sehr viel Wert gelegt hat.


Beim genauen Betrachten der 3D-Renderings, die der classicdriver freundlicherweise verbreitet hat, kann man das kaum glauben. Denn die Form des HPH Bulldog GT wirkt nicht wie direkt aus dem Windkanal, sondern eher wie aus der Hand eines wirklich guten Zeichners. Keine Schnörkel, keine Künstlichkeiten, die Form bringt nichts aus dem flow.

So lässt sich vielleicht auf die Materialauswahl der Karosserie begründen. Wer jetzt auf Faserverbundwerkstoffe und anderen extremen Leichtbauwahn getippt hat, der irrt. Der Bulldog wird aus Aluminium geklopft und gewheelt. Ganz klassisch. Im Gegensatz zu modernster Tiefzieh- und Strecktechnik mit höchstfesten Stählen, Autoklav-Prepreg-Monocoques finden wir das herrlich rückständig.

Denn genau hier klärt sich unsere Faszination für den Bulldog GT auf. Warum baut man so ein Auto? „because they can“.

fm/Bilder via classicdriver, HPH

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