Der Drehmomentberg – BMW M550d xDrive

Nun ist er da, der Berg. So mächtig und massiv, dass man fast ehrfürchtig zum Gipfel blickt. 740Nm. Das sitzt. Und nicht etwa nur für einen kurzen Moment des Ladedruckmaximums, nein, gleich für ganze 1000 Umdrehungen.


Es scheint, als wollten die Ingenieure der BMW M GmbH dem etwas einfallslosen Blätterwald, der immer noch gerne auf der Drehmomentwoge des Selbstzünders surft, zurufen: „Ja Herrschaftszeiten, jetzan gibts a Wölln, die derreitets nimma mehr!“


Und sie haben recht. Bei Leerlaufdrehzahl stemmt der erste M-Diesel der Geschichte schon 460Nm auf die Kurbelwelle, bei 1500 Touren sind es bereits 650Nm und der Gipfel von 740Nm liegt im sehr praxistauglichen Fenster von 2000 bis 3000 Umdrehungen. Doch selbst dann geht dem mächtigen Selbstzünder die Luft noch nicht aus. Die Spitzenleistung von 381PS serviert er auf einem Plateau von 4000 bis 4400 Umdrehungen.


Wie hat man das fertig gebracht, zumal aus einem Reihensechszylinder? Das Geheimnis liegt in der Aufladung. Zum ersten Mal im Serienbau kommen gleich drei Turbolader beim M550d xDrive zum Einsatz. Zwei Kleine kümmern sich dabei um ein schnelles Ansprechverhalten und zügigen Druckaufbau, der Große läuft erst bei mittleren Drehzahlen zur Hochform auf, und sorgt dafür weit über die bisher für Diesel geltenden Grenzen für Drehfreude.


Denn 5400 Umdrehungen sind für einen Selbstzünder ein Wort. Man erkennt also, dass es nicht nur um die maximale Anzahl an Turboladern ging, sondern um eine echte Fahrmaschine. Wir wollen nicht wissen, wie viele schlaflose Nächte man in München hatte, bis Brennverfahren und Gasdynamik korrekt ausgelegt waren, um dem Reihensechszylinder eine derartige Drehzahlspanne abzuringen – doch das Ergebnis scheint die Mühe wert.


In 4.7 Sekunden beschleunigt die 3.0 Liter-Maschine den 5er auf 100km/h, abgeregelt wird bei politisch korrekten 250km/h. Die Achtgang-Automatik und der serienmäßige Allradantrieb xDrive sind die kongenialen Partner des neuen Motors. Mit den kleinen Gangsprüngen und der Traktion aller vier Räder sollte jeder Ampelstart zur Freude werden.


Das größte Fest jedoch wartet an der Zapfsäule. 6.3 Liter Diesel auf 100 Kilometer stehen im Katalog. Natürlich, Papier ist geduldig, doch wer die modernen BMW-Diesel kennt weiß, so weit daneben liegt man mit dem Papiertwert meist nicht.


Ansonsten gibt es noch ein paar andere Fakten zum M550d xDrive, die aber im Vergleich zum Motor doch etwas verblassen und deshalb nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden. Serienmäßig wird es ein spezielles M-Paket geben, zu erkennen an lackierten Streben und Spiegelkappen in „Ferric Grey“, dazu eine Spoilerlippe am Heck, spezielle Alufelgen und trapezförmige Auspuffrohre in schwarz. Natürlich gibt es den neuen Motor auch als M550d xDrive touring und auch in X5 und X6. Dort firmiert er jedoch als M50d. Die Preise starten bei 80.800€ für die Limousine, der touring kostet 83.750€.

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