Wenn, dann richtig – das BMW Active Tourer Concept

Die Münchner tun gut daran den Active Tourer als Hybrid mit großem Akkupack vorzustellen. Warum? Weil man so immer genug Energie für den Defibrillator bereit hat, um die in Ohnmacht gefallenen Markenfans wieder zurück ins Leben zu holen.


Dreizylinder, Frontantrieb, Van. Lieber ein großer Schock als viele kleine.

Es musste so kommen. Allein aus Kostengründen bleibt BMW gar keine andere Möglichkeit als bei den kleinsten Modellen auf eine einfachere Architektur umzustellen. Und in Zeiten, in denen beinahe 75% aller 1er-Kunden nicht wissen, ob ihr Fahrzeug Front- oder Heckantrieb hat, scheint das Brechen bayrischer Naturgesetze verschmerzbar zu sein.

Nun aber zur Studie: der Active Tourer ist ein Plug-In-Hybrid. Also im Grunde genommen gar kein Fronttriebler, da der Elektromotor alleine auf die Hinterachse wirkt und der konventionelle Antrieb die Vorderachse betreibt. 190PS Systemleistung weist die spärliche Datenkarte aus. Wie diese sich jedoch auf Verbrenner und E-Maschine verteilt verschweigt man noch. Im Hinblick auf die bekannten Daten zum neuen 1.5 Liter Dreizylinder-Triebwerk kann aber von einem Verhältnis um 150PS/40PS ausgegangen werden.

Beschleunigen soll der Active Tourer, der uns in der Serie vermutlich als 1er GT und in Konkurrenz zur Mercedes B-Klasse begegnen wird, in unter acht Sekunden auf Tempo 100 und bei 200km/h wird der Vortrieb begrenzt. Hier spielt die Elektromaschine den Spielverderber, da sie – ohne Übersetzung – bei diesem Tempo wohl einfach an der Drehzahlgrenze angekommen ist. Immerhin ist der Active Tourer dank der Hybrid-Einheit aber in der Lage bis zu 30 Kilometer rein elektrisch zu fahren.

Damit die Fahrdynamik durch die Batteriepakete nicht zu stark in Mitleidenschaft gezogen wird, haben die Münchner sie schwerpunktgünstig am Unterboden verstaut. Die klassentypisch erhöhte Sitzposition ist so ein angenehmer Nebeneffekt. Und wer schon einml MINI Countryman gefahren ist weiß, das BMW durchaus in der Lage ist auch hochbauenden Fronttrieblern eine ordentliche Portion Fahraktivität in die Wiege zu legen.

Innen gibt es auch allerlei schönes: Viel Licht dank des variabel abdunkelbaren Panorama- dachs, viel Lichtdesign durch variabel färbbare LED-Leucht- leisten, viel Information dank variabel anpassbaren TFT-Instrumenten-panel, farbigem Head-Up-Display und überhaupt. Das Infotainment und die Multimedia-Anbindung ist wohl auch auf dem aktuellsten Stand, da sind wir sicher.

Bleibt der Preis. Hoch wird er sein, wie hoch können wir nicht sagen, schließlich ist es eine Studie. Ein Schöne. Denn je länger wir hinschauen, desto schicker finden wir den Active Tourer. Was vielleicht aber auch daran liegen mag, dass wir den aktuellen 5er GT als einen der schönsten BMW der letzten Jahre erachten.

Und den Beweis, dass der Verlust von ein paar Zylindern kein Drama darstellen muss beweisen uns die Kollegen von bimmertoday, die den neuen 1500er-Dreizylinder in Form des aktuellen 1ers schon einmal probefahren konnten.

Text: fm
Bilder: BMW

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