Tonangeber – Bowers&Wilkins mit Maserati

Nur zu gerne lassen sich die Hersteller von hochwertigem HiFi-Equipment mit der Automobilindustrie ein. Das bringt nicht nur Aufmerksamkeit, sondern auch eine Menge Geld in die Kasse.

Doch es sind nicht mehr nur die Platzhirsche von harman/kardon und BOSE, die zum Fahrzeugausstatter geworden sind, nein, beinahe jeder scheint im Konzert mitzuspielen: Dynaudio, Infinity, Mark Levinson, Bang&Olufsen und seit kurzem sogar Burmester. Als Partner wird der genommen, der am Besten zahlt und irgendwie zum Image der Marke passt. Wenn nicht, dichten die entsprechenden Abteilungen einfach die Parallelen.

Denn, und an dieser Stelle sind wir ehrlich, meist kauft man einfach nur die Plakette auf dem Lautsprecher. Natürlich fetzt Dir ein Logic7 von h/k einen satten Bass ins Auto, das BOSE-Setup macht auch bei horrenden Lautstärken nicht schlapp und die B&O-Hochtöner lösen wirklich famos auf. Aber dafür wirklich 4000 Euro und mehr auf den Tisch legen? Nun ja, eher nicht.

Aber warum sollte es im Automotive-Bereich anders als beim Home-HiFi zugehen? Man zahlt für das Design, man zahlt für das Image und bekommt, wenn man Glück hat, ein Produkt, dessen mittelmäßige Zutaten durch cleveres Engineering akustisch versteckt werden.

Es besteht aber Hoffnung, dass damit nun Schluss ist. Warum? Weil Bowers & Wilkins in den Automotive-Markt kommt. Bowers & Wilkins? Nie gehört? Wenn Ihnen der Name fremd ist, dann empfehlen wir dringend den Gang zum Fachhändler. Denn die feine Ware aus England finden sie nicht im nächsten MediaMarkt. Das liegt zum Einen am wenig massenkompatiblen Preis und im Gegensatz zu den Geräten von B&O oder BOSE auf den ersten Blick kaum spektakulären Design. Dabei zählen die Lautsprecher aus England in Ruhe betrachtet zu den schönsten Schallwandlern die Geld kaufen kann. Allein die leuchtend gelben Kevlar-Membranen mit dem massiven Aluminium Phase-Plug, die Diamant-Hochtöner, die in ihrem eigenen Gehäuse auf dem Lautsprecher sitzen oder die perfekt gearbeiteten Echtholzfurniere am Korpus – wer das nicht schön findet, der sollte weiter Musik auf Youtube konsumieren.

Die wahre Faszination der B&Ws erkennt man aber erst, wenn sich das Vinyl dreht. Denn wie tief Dich die gute alte 801D mit ihrem 380er Tieftöner bei dredgs – down to the cellar mit in den Keller nimmt, Dir die Snare fast den Kopf abreißt und das ganze Lied überhaupt an Farbe gewinnt ist einfach Wahnsinn. Und die Gänsehaut kommt bestimmt nicht allein vom Schalldruck.

Nun aber wieder zurück zum Thema. B&W und die Automobilindustrie. Angefangen wurde bei Jaguar. Identische Treibertechnologie wie daheim, unterstützt von deftiger Verstärkerleistung und cleverer MultiEQ XT-Einmesstechnik der digitalen Signalverarbeitung. Das klingt nicht nur auf dem Papier gut, sondern auch auf der Straße. Und nun haben wir die Briten auf dem Pariser Autosalon bei Maserati am Stand entdeckt.

Zwar kommt das erste Auto erst im nächsten Jahr, fein belederte Kopfhörer und eine Sonderedition des 805er Diamond-Lautsprechers stellten sich am Stand der Italiener trotzdem schon einmal zur Schau. Zwar sind wir nicht unbedingt Fans dieser Marketing-Geschichten, aber die Kooperation hilft B&W mit Sicherheit einen größeren Kundenkreis zu erschließen. Und die dafür ausgewählten Marken hätten besser nicht sein können. Denn Jaguar und Maserati zählen genau wie B&W zum absoluten High-End. Der Kenner weiß es zu schätzen. Der Einfältige kauft Bang&Olufsen. Und einen Audi. Oder einen Ferrari.

Text: Fabian Mechtel
Bilder: B&W (4), Jan Gleitsmann (1)

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