BÄM – der Opel ADAM

Adam wie Eva, nicht Opel. Besser noch ADAM, also ädäm. Das war es, was man uns bei ADAM&Paris gleich zu Beginn erklärt hat. Sei es drum – was nach dem Firmengründer benannt ist muss gut sein. Da spielt die Aussprache eine untergeordnete Rolle.

„Aus diesem Stinkkasten wird nie mehr werden als ein Spielzeug für Millionäre, die nicht wissen, wie sie ihr Geld wegwerfen sollen!“ – so wird der alte Adam zitiert. Vielleicht trägt der Kleinwagen, der sein Segment so richtig aufmischen soll, gerade deshalb seinen Namen. Denn beim ADAM geht es vor allem um Eines: Individualisierung. Keiner soll aussehen wie der andere, jeder exakt auf den eigenen Geschmack anpassbar sein.

Dafür greift Opel tief in die Trickkiste, wie der Auszug aus dem Farben- und Formenkatalog beweist. Zwölf Lackierungen, drei Kontrastfarben für das Dach, sofern es nicht in Wagenfarbe lackiert sein soll; fünf Farben für die Spange rund um den Blitz und nicht weniger als 30 (!) verschiedene Felgen. Wem das nicht reicht, der kann sich mit den Klebedekors der Styling-Pakete weiter austoben. Auch innen gilt: viel hilft viel! 15 Polsterfarben, elf Dekorelemente und acht Premium-Dekorelemente (was immer das auch sein mag?), dazu drei Dachhimmel-Designs oder gleich den LED-Sternenhimmel, den es in zwei verschiedenen Varianten gibt. Für den Fußraum gibt es sechs verschiedene Teppiche. Ach ja, sechs Innenspiegel-Cover stehen ebenfalls zur Wahl.

Wer sich ob dieser mannigfaltigen Varianz überfordert fühlt, der kann beruhigt sein. Denn alles auf einmal geht nicht, da Opel mit den Ausstattungsvarianten schon eine Vorauswahl der Stile getroffen hat: so bildet der JAM die Basisvariante, der GLAM die edel-luxuriöse und der SLAM die sportliche Linie. Das Ganze gibt es dann noch als Extreme-Variante, in der der ADAM quasi schon fertig konfiguriert ist.

Und an dieser Stelle hören wir auf. Nicht, weil es nicht mehr zu erzählen gäbe, sondern schlicht, weil wir nicht langweilen wollen. Und für diejenigen, die es bis hierher geschafft haben und noch mehr wollen empfehlen wir den neuen Konfigurator. Wir konnten die 11.500 EUR Basispreis bis auf 19.000 EUR hinauftreiben. Viel Spaß beim Klicken also! (Nicht vergessen: Preis-Highscore bitte unter den Artikel posten. Dem Gewinner winkt ein toller ADAM-USB-Stick!)

Wenden wir uns den wichtigen Themen zu. Dem Fahren etwa. Zwar haben wir den kleinen Opel nur fünf Meter von einer Parklücke in die nächste gelenkt, diese Aufgabe hat er aber gut gemeistert. Von der Kombination aus McPherson-Vorderachse, Verbundlenkerhinterachse und elektrischer Servolenkung war aber auch nichts anderes zu erwarten. Es gibt eben nur Standardware im preissensiblen Kleinstwagen-Segment. Das gilt auch für die Antriebe. Zum Start sind drei Ottomotoren verfügbar. Allesamt Vierzylinder-Sechzehnventiler. Der 1200er bringt es auch 70PS, den 1400er gibt es wahlweise mit 87PS oder 100PS. Handgeschaltet oder automatisch gekuppelt und bei Stillstand von selbst stoppend. Ganz wie man möchte.

Wenig Innovation also, aber die Käufergeneration auf die der ADAM abzielt hält sich nicht lange mit Leistungsdaten auf. Eher schon mit Facebook. Deshalb koppelt Opel mit dem IntelliLink-System auch so ziemlich jedes moderne Smartphone an den ADAM. Die Handynavi auf das 7“-Touchscreen-Display beamen? Kein Problem. Twitter und alle anderen sozialen Dienste sind ebenfalls im Auto verfügbar. Und damit kein Streit unter den Mitfahrern ausbricht, nimmt der Rüsselsheimer bis zu vier Mobiltelefone gleichzeitig an die Leine. Bluetooth-Audiostreaming geht ebenfalls, freisprechen versteht sich von selbst.

Viel Licht, wenig Schatten also? Nun ja, es kommt wie so oft auf den Blickwinkel an. Die Vielfalt des ADAM ist natürlich fein, die Verarbeitung ebenfalls (nicht nur engineered, sondern auch made in Germany!), wir vermissen jedoch das gewisse Etwas. Einen innovativen Antrieb. Ein besonderes Feature, irgendwas, was den ADAM zu einem wirklichen Pionier machen würde. Nur Farbe, Felgen und Facebook – mhmm? Wahrscheinlich verstehen wir den kleinen Opel aber einfach nicht, weil wir einen anderen Zugang zum Automobil haben.

Doch es gibt Hoffnung. Die altehrwürdige Truppe mit den langen Kitteln schlägt nämlich bald wieder zu. Soviel hat man uns nach dem dritten Gin-Tonic verraten. Vinyldach und mattschwarz kommen zurück! Dazu hoffentlich noch die Farben weiß und gelb, ATS-Classic in 7×13-Zoll und geklebte GT/E-Logos. Das wäre es. Wir hätten auch schon einen Namen für diese Linie: BÄM!

Die komplette Bildergalerie von ADAM&Paris gibt es HIER. Und nicht zu vergessen: DAS Video aus Paris…

Text: Fabian Mechtel
Bilder: Axel Griesinger, Fabian Mechtel

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