Auf der Suche – Skoda Yeti

Quadratisch, praktisch, gut. Und doch geht es hier nicht um schwäbische Schokolade, sondern um ein tschechisches Allradtalent. Gut, nicht wirklich allradgetrieben im Sinne von permanent, aber immerhin.
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Der Yeti ist ein gelungener Wurf. Er baut nicht nur auf der technischen Basis des VW Tiguan, er befriedigt auch den scheinbar immer stärkeren Wunsch der automobilen Bevölkerung nach hohem Sitzen und komfortablem Fahren. Dazu eine kastige Karosserie mit viel Platz und ordentlicher Variabilität – fertig ist das Erfolgsmodell.

asphaltfrage.de | Testbericht | Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 | Wallpaper 2Gut, ganz so einfach ist es natürlich nicht. Aber in den Hauptfächern schneidet der Yeti durchweg gut ab. Die Ladekante des Kofferraums ist zwar hoch, dass lässt sich aber mit so einem Stelzenfahrwerk nur schwer vermeiden und dafür ist der Platz dahinter ausreichend. Die Rücksitze lassen sich dreigeteilt klappen, wickeln und verschieben, der Skoda ist so auch für sperrige Güter gerüstet. Allerdings möchte man das kaum ausprobieren – nicht, dass man mit irgendeinem Gegenstand an der feinen Alcantara-Auslegeware hängenbleibt.

asphaltfrage.de | Testbericht | Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 | Wallpaper 3Denn innen ist der Tscheche wirklich nobel, sofern man bei der Bestellung die richtigen Kreuze gesetzt hat. Mit der angesprochenen Leder-/Alcantara-Polsterung, dem großen Navigations- system und dem bis hinter die Fondsitze reichenden Panoramadach reist es sich schon sehr angenehm im Yeti. Und wäre da nicht dieser merkwürdige Antrieb, dann würde das Ganze sogar richtig Spaß machen.

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Der 2.0 Liter TDI ist so etwas wie die Allzweckwaffe des Konzerns und meist gibt es auch wenig zu kritisieren, doch in der von uns gefahrenen Kombination schwächelt der Selbstzünder ein wenig. Nicht nur, dass er mit 110PS in der kleinsten verfügbaren Leistungsvariante in den Skoda eingebaut wurde, es sind vor allem die 280Nm, die nicht so recht überzeugen wollen. Es geht vorwärts, irgendwie, aber nie mit besonderem Esprit. Daran ist die Leistungscharakteristik schuld. Bereits kurz nach dem Einkuppeln liegt das maximale Drehmoment an, welches ab 2750 Umdrehungen in das Leistungsplateau mündet, das sich bis kurz vor Abregeldrehzahl hält. Die Konsequenz: man hat das Gefühl der Motor liefe einfach so vor sich hin. Und es ist dann auch relativ egal in welchem Gang Du gerade bist und wie stark das Pedal getreten wird – der Yeti beschleunigt immer gleich.

asphaltfrage.de | Testbericht | Skoda Yeti 2.0 TDI 4x4 | Wallpaper 5An sich ist das kein Grund zur Klage, aber warum würgt man ein so feines Triebwerk derart ab? Die saftige Kraft in der Mitte, die ganze Horden von Auto-Schreibern zu Drehmoment-Surfern machte – wo ist sie hin? Natürlich ist es für den Controller gut, wenn er nur einen Dieselmotor in die Produktion einsteuern muss und nur mehr im Steuergerät ein paar Datenschranken ändern muss um die gewünschten Leistungen und Drehmomente zu generieren. Aber für den Fahrer ist es schon ein wenig schade. Denn da hat man nun schon das „große“ 350Nm-Sechsganggetriebe (der 81kW-Frontantrieb-Yeti hat nur die kleine Fünfgang-Box und somit sogar nur 250Nm!) und wird trotzdem zugeschnürt.

Daran können wir nichts ändern und der Erfolg der straffen Leistungs-Staffelung des 2.0er TDIs zeigt, dass die Tschechen auf dem richtigen Weg sind. Nur eben nicht auf unserem – denn wenn Diesel, dann mit ordentlich Kraft. Ein einfach so dahinlaufender Motor? Da könnten wir ja gleich elektrisch fahren! Unser Tipp deshalb: ums gleiche Geld wie den kastrierten 4×4 gibt es auch den 2.0 TDI GreenTec (gut, 100€ mehr sind es schon) – der kommt nicht nur mit kraftstoffsparenden Maßnahmen, sondern auch mit ordentlichen 320Nm von der Kupplung. Und das die Wenigsten ihren Yeti ins schwere Gelände lassen dürften, fällt der Verzicht auf die vier angetriebenen Räder kaum ins Gewicht. Das Plus an Leistung und Drehmoment ist es aber, dass den tschechischen SUV erst zu einem wirklich guten Auto macht.

Die Bildergalerie zum Test finden Sie wie immer auf flickr.

Technische Daten:

Modell: Skoda Yeti 2.0 TDI 4×4
Motor: 4 Zylinder Diesel, 1968cm³
Leistung: 81kW/110PS
Drehmoment: 280Nm
Antrieb: Allrad, Sechsgang-Schaltgetriebe
Verbrauch: 6.6l/100km Benzin
0-100km/h: 12.2sec
Vmax: 174km/h
Preis: ab 28.350 EUR (Elegance)

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Text: Fabian Mechtel
Bilder: Fabian Mechtel

Die Kollegen Jan und Jens haben mit ihrem Format Ausfahrt.TV auch ein Video zum Yeti 2.0 TDI 4×4 erstellt:

Ihre Texte gibt es hier:

Familienfreund im Schnee – auto-geil

Fahrbericht – rad-ab

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4 Kommentare

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