toy-racer – der neue Renault Clio R.S.

Wahnsinn. Renault ist in der Krise, überhaupt, die ganze französische Autobranche liegt darnieder. Rettungsschirme, Staatsfonds – kein Mittel bleibt ungenutzt um die Kraftfahr-Industrie der Grande Nation vor der Pleite zu bewahren.

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Was es zur Lösung braucht? Wir wissen das nicht. Ein guter Weg war aber immer ein heißes Eisen im Programm zu haben. Etwas, womit es sich die Durchgepeitschten so richtig besorgen können. Ein brand-shaper, ein Auto über das man spricht, ein Autp das richtig gut geht und die Konkurrenz paniert.

Der Clio R.S. war so ein Auto. In allen Generationen. Der sagenhafte 2.0 Liter Sechzehnventiler war ein Gedicht in Sachen Drehfreude und Leistungsabgabe. Das Fahrwerk spot-on, ebenso die Bremsen. Ein Auto, mit dem es richtig zur Sache gehen konnte und mit dem man auf den richtigen Strecken auch mal die ganz Großen ärgern konnte.

Nun gibt es ein neues Modell. Sogar aus Dieppe, also dort wo einst die legendären Alpine-Renner zusammengeschraubt wurden. Doch außer den klangvollen Namen bleibt nicht viel. Fangen wir an: Turbo statt Sauger, Doppelkupplung statt Handschalter, Schwimmsattel statt Brembo, R.S. DIFF statt Sperre und dazu auf Knopfdruck modulierten Nissan GT-R Sound im Innenraum. Wie meinen? Peinlich. Oh ja, richtig peinlich.

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Vielleicht geht es nur uns so, dass wir diese Entwicklung ein wenig befremdlich finden. Vielleicht braucht das sportliche Aushängeschild einer lahmenden Marke fünf statt drei Türen, ein komfortableres Fahrwerk und einen Automatikmodus. Nicht zu vergessen das Infotainment mit Ein- und Darstellungsoptionen, bei denen der aus den Boxen plärrende Nissan vor Neid erblassen würde.

Aber es ist wie es ist. Die Kunden (Kunden, welche Kunden? Verkaufen ja eh keine Autos, also warum der Schmarrn?) wünschen das so. Wollen lieber vom Turbo gefönt werden. Sind zu satt und faul, können auf halbem Wege nicht mehr weiter die Drehzahlleiter emporsteigen. Jubilieren, dass der Neue so-viel-besser-geht als der Alte.

Dabei haben sie das Feuer nicht gesehen und gehört, wenn der Alte bei 7500 hart in den fuel cut ging, aus dem Auspuff gerotzt hat, unbarmherzig von den Festsätteln in den Boden geschraubt wurde und beim Rausbeschleunigen das Schönste aller Vierzylinder-Lieder gesungen hat: das vom unendlich scharfen 2.0 16V. Schön war es, hässlich wird es. Das wusste wir schon in Paris:

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