Tanzverbot – Porsche 911 RSR

Wer zu spät kommt – der liest die Pressemitteilung erst nach 24 Uhr. Am Karfreitag. Also nix mehr mit Tanzen. Nun ja, der Elfer darf es auch nicht mehr – zu hart wurde an Fahrwerk, Gewichtsverteilung und Regelsystemen gearbeitet.

Porsche 911 RSR

So auch beim neuen 991 RSR. Zwar haben sie ihm das GT3 aus dem Namen gestrichen – weil er nicht mehr in dieser Rennklasse starten wird – doch es gibt auch erfreuliches zu berichten. Zum Einen, dass die Mannschaft rund um Olaf Manthey nun endlich offiziellen Werkstatus bekommen hat, setzt sie doch die zwei ersten RSR in der WEC und beim 24h Rennen von Le Mans ein. Zum Anderen gibt es eine Hand voll interessanter Änderungen am Auto, die Lust auf die kommende Langstreckensaison machen.

Porsche 911 RSRDie Vorderachse zum Beispiel. Wenn es etwas gibt, was man bei all den fahrdynamischen Fähigkeiten des Elfer kritisieren kann, dann ist es sein Einlenkverhalten. Das Antriebslayout und die daraus resultierenden Trägheiten können eben nur schwer mit den Mittelmotorkonzepten der Konkurrenz mithalten. Um dieser Eigenschaft entgegenzutreten baut Porsche nun erstmals in einem Renn-911 auf eine Doppelquerlenker-Vorderachse. Das gewährt mehr Freiheiten bei der Geometrie, erlaubt eine feinere Feder-/Dämpferabstimmung und hat somit deutliche Vorteile gegenüber der konventionellen McPherson-Anbindung.

Porsche 911 RSRNun lenkt der RSR nicht nur leichter, er ist es auch: praktisch alle Karosserieanbauteile bestehen aus Kohlefaserverbundwerkstoff: vordere und hintere Kotflügel, Front- und Heckhaube, die Türen, der Unterboden, die Radhausverkleidungen, der Heckflügel, das Armaturenbrett und die Mittelkonsole. Um den schnellen Austausch der sündteuren Teile im Rennbetrieb zu ermöglichen hat man ein sogenanntes Schnellwechselkonzept erdacht. Hauben, wie auch die Stoßstangen sind dank Schnellspannern in wenigen Sekunden gegen Neuteile getauscht.

Porsche 911 RSRAlt hingegen bleibt der Motor. Zwar sorgte die Präsentation des neuen Straßen-991 GT3 mit seinem 3.8 Liter Hochdrehzahlmotor für viel Aufsehen, noch möchte man aber den Rennteams den Aufwand der Applikation der Direkteinspritzung noch nicht zumuten, weshalb der 991 RSR weiterhin auf das bewährte Mezger-Triebwerk mit vier Litern Hubraum vertraut. 460PS, 430Nm und 9400 Umdrehungen sollten alleweil auch ausreichen im Kampf um den Sieg.

Was er kosten wird und wann er für den Kundensport erhältlich sein wird gab Porsche Motorsport noch nicht bekannt. Er dürfte allerdings über eine halbe Million Euro kosten. Schließlich kratzte schon der letzte 997 GT3 RSR mit 498.000 EUR netto bedrohlich an dieser magischen Grenze.

Porsche 911 RSR

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