Die feine Englische – im Bentley Continental GTC V8

Essenziell ist das Durchatmen. Bei geschlossenem Verdeck. Wenn Du ganz allein bist in Deinem Bentley. Wenn der Geruch der fein gegerbten Rinderherde die Nase begeistert. Dann wirst Du verstehen. Verstehen, was einen Bentley von einem SL unterscheidet. Oder überhaupt von all den anderen Boulevard-Cruisern, die Dich mit Heritage, Luxus und Sportlichkeit ködern wollen.

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Denn: Sportlichkeit ist das Eine. Bentley-fahren etwas ganz Anderes. Etwa wenn Du die Registerzüge der Lüftung wie durch zähen Honig hindurch auf die gewünschte Dosis Frischluft einstellst: schwer, satt und doch auf den Punkt. Diese Attribute ziehen sich wie ein feiner roter Faden durch das ganze Auto. Etwa, wenn Du mit höchstem Tempo über kleine italienische Landstraßen fliegst und denkst, dass das eigentlich gar nicht gehen kann.

CU0P0080-20iThunder #5 - Bentley Continental GTC V8 - asphaltfrage.de - Wallpaper 3Zweieinhalb Tonnen Stahl, Aluminium, Leder und Wurzelholz dürfen normal nicht mit solch einer Leichtigkeit den Berg stürmen und doch, der GTC macht es einfach. Denn in dem Moment, in dem Du die Luft anhältst, den zarten Lenkradkranz ein wenig bestimmter zwischen die Finger nimmst und hoffst, dass Dir kein italienischer Pizzabote im hang-off auf seiner Ape im Kurvenscheitel entgegenkommt, ist sie da: die ganz feine englische Art.

Wo Dich die Deutschen mit energischer Strenge foltern, damit Du ja das Sportliche spürst, bettet Dich der große Bentley weich. Und kombiniert die Fähigkeit sämtliche Verfehlungen italienischer Straßenbauer einfach auszublenden mit einer Handlichkeit, die Dich beinahe sprachlos zurücklässt. Natürlich ist es nicht so, dass das große Cabriolet ein echter Sportwagen ist, aber hier oben, im Verfolgermodus von CLS 63 AMG und Lamborghini Gallardo macht er seine Sache gut. Verblüffend gut.

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Eh klar, die Pirelli P Zeros wimmern unter den Gesetzen der Massenträgheit und doch blendet der Bentley das protestierende Geräusch einfach aus. Das dreckige Timbre des Vierliter-V8 überspielt es einfach. Satt spratzelt die Maschine beim Anlassen, zeugt von überbordendem Drehmoment im Drehzahlkeller, wie auch bei der Spazierfahrt und verfällt in diesen unnachahmlich harten Schlag, wenn Du die Drosselklappen voll öffnest und dem Begrenzer entgegenstürmst.

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Dort oben dann, wenn alle 507 Pferde zum Spielen bereit sind, macht die Konkurrenz kaum mehr einen Meter gut. Vor allem, weil die famose Achtgang-Automatik von ZF jederzeit die richtige Welle parat hat und den V8 immer bei bester Laune hält. Und es ist diese Kombination aus spielerischer Leichtigkeit und handfester Performance, die so einfach nur die Briten hinbekommen. Denn während Du in den anderen Autos immer mitgeteilt bekommst, dass es hier gerade richtig zur Sache geht, sie Deine volle Aufmerksamkeit fordern, zupft im Bentley der Wind an den Haaren und aus den Naim-Lautsprechern perlt hochauflösend die neue Caspian-Platte.

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Weil er Dich abholt und in seine ganz eigene Welt mitnimmt. Weil er ein Auto zum Fahren ist. Zum Genießen. Zum Treiben lassen. Zum Musik hören. Ein Auto um die Zeit zu vergessen. Ein wunderbares Auto. Ein Britisches eben. Da vergisst Du dann auch, dass das Navigationssystem in diesem Umfeld eigentlich unwürdig ist – weil nicht das Ziel entscheidet, sondern der Weg. Aber das verstehst Du nur, wenn Du ihn gefahren bist. Und dabei Caspian gehört hast.

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Und nun: anhören! Danach Bentley kaufen.

Die Bilder stammen im Übrigen alle von Camillo Pfeil, wobei das famose Portrait auch von Björn Habegger sein könnte. Großer Dank auch an Ralf Bernert, der den Bentley aus dem fernen Hamburg nach Italien überführt hat. Wobei, eigentlich sollte man neidisch auf ihn sein…

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