Persönliches – vom Anfang bis zum Ende

Hoffnungslos. Einfach hoffnungslos. Der/die/das Tesla Model S wird mich in diesem Leben wohl nicht mehr begeistern. Auch in Reinweiss mit vollem Carbonornat in der Vollfettstufe P85+ nicht. Warum? Weil ihm das Wichtigste fehlt: die Seele. Oder: das Herz. Eben genau das, was ein Auto faszinierend macht.

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Für die Erklärung muss ich ein wenig weiter ausholen.

Leise knirschte der Kies hinter der Orangerie auf Schloss Dyck, während Jürgen – auf der größtmöglichen Leiter balancierend – mich und die Autos dirigierte. Es sollte ein Foto für seinen Freund werden. Ein Dankeschön für all’ die Jahre der gemeinsamen Rennerei.

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Und ich mittendrin. Im Hof eines der schönsten Schlösser (lange bevor es cool wurde und Austragungsort der Classic Days) zwischen Ferrari 250 GT Berlinetta SWB, California Spyder, Maserati 250F, 300S, A6 GCS und natürlich Porsche 718 RS61 und 904 GTS.

Eh klar, Lehrjahre sind keine Herrenjahre und an manchen Tagen war das Dasein als KFZ-Azubi kein Leichtes, doch wenn Du dann dieser versammelten Krone der automobilen Schöpfung in die Scheinwerfer blickst, dann kannst Du fast weinen vor Freude. Warum? Weil diese Autos begeistern. Ihre Form, ihre Farben, ihr Geräusch und ihr Geruch.

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Vor allem aber ihre Technik. Denn wenn der Colombo-V12, den Du in wochenlanger Arbeit aus hunderten Teilen – die Du mühevoll gedreht, gefräst und eingeschliffen hast – zusammengeschraubt hast, das erste Mal auf dem Prüfstand bei 7500 Umdrehungen mit einem ohrenbetäubenden Schrei in die Bremse fährt, die Krümmer hellrot glühen und Du derweil denkst: „jetzt zerreißt es ihn“, dann ist das ein Gefühl, für das ich auch heute noch keine Worte finde.

Oh yes! OH YES! #ferrari #275 #porsche #gt3r #racing #spa

A video posted by @asphaltfrage on

Obwohl ich es probiert habe. Sieben Jahre um genau zu sein. Und was klein mit einem Opel Corsa 1.3 CDTI anfing, entwickelte sich schnell zu etwas atemberaubenden. Die ganze Welt wurde bereist, die feinsten Autos gefahren, eben: der ganze Zirkus genossen. Am Ende war es dann aber doch immer mehr: Zirkus. Eine Show. Nur ohne Faszination. Brav in Fahrtrichtung geföhntes Marketing-Theater. Das Gefühl blieb auf der Strecke und damit das, was den Zauber von Anfang an ausgemacht hat.

Ganz besonders in jüngster Vergangenheit. Der Posteingang platzte täglich aus allen Nähten. Jeder hatte etwas Neues, Tolles und Besseres vorzustellen, anzuteasern und überhaupt. Doch nicht nur die Produkte, auch die, die etwas zu erzählen hatten, ließen zu wünschen übrig. Schwangen Reden über neue Zeiten, neue Ideen und Konzepte, versprachen bahnbrechendes und zeigten doch das exakte Gegenteil. Eine inhaltsleere Verlängerung des Marketingarms der Konzerne. Nur mit eigenen Bildern.

Die, die brennen sind selten geworden. Die, mit denen Du Dich nicht nur über Relevanz und Reichweite unterhalten musst, oder über die anstehenden Veranstaltungseinladungen, sondern die, die wissen, was einen Studebaker Avanti besonders macht. Die dir erklären können, wie die Birkin-Bag zu ihrem Namen kam und die, die „Pinakothek der Moderne“ nicht erst googlen müssen. Aber es sind dann auch genau die, die auch beim Thema Auto Bescheid wissen. Weil sie interessiert sind. Weil sie sich faszinieren lassen. Weil sie die Guten sind.

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Zwei der absolut Besten bin ich auf ihren Ruf in die Schweiz gefolgt. #radical14 stand auf der Einladung. Und es sollte um Faszination gehen. Was folgte war intensiv. So intensiv, dass das Projekt asphaltfrage.de in die Verlängerung geht.

Weil Begeisterung nie aufhört.

Danke Peter, danke Chali!

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