#radical14: Anhörung

Ich liebe Musik. Gut, Festivals sind jetzt nicht so meins. Drei Tage ohne gescheite Dusche knöcheltief im Schlamm stehen, nein, das muss nicht sein. Konzerte brauche ich aber schon. Weil Musik laut sein muss.

IMG_3880-178

Genau deshalb braucht es auch in jedem Auto ein vernünftigen Satz Lautsprecher. Warum? Weil man meistens sowieso im Stau steht. Rumgurkt. Der Blechkarawane folgt. Umso wichtiger also, dass das iPhone koppelt und die spotify-Anbindung läuft.

Raus aus diesem Grund ist der Ferrari. Mit lässig italienischer Arroganz probiert er es erst gar nicht. Radio, Lautsprecher? Fehlanzeige. Musik spielt hier überhaupt nicht, zumindest nicht jenseits des Auspuffs. Aber der 458 Speciale ist eben speziell. Und vor allem kein Alltagsauto. Durchgefallen also, quasi.

Ferrari-458_Speciale_2014_1280x960_wallpaper_25

Hinein in den nächsten Italiener. Ebenfalls ein spezielles Ding, dieser Alfa 4C. Eng, laut und spartanisch ausgestattet. Aber eben: es hat ein Radio. Zumindest etwas, was danach aussieht. In Wirklichkeit ist es eine Android-basierte Recheneinheit, mit integriertem Lautsprecherverstärker. Und deshalb eine ganz feine Überraschung. Denn: anschalten, Handy koppeln und siehe da, es läuft. Perfekt sogar. Waze ist installiert (eine ziemlich feine kostenlose Navi-App), Spotify kann man ebenfalls direkt vom Gerät dirigieren und Radio empfängt der Apparat irgendwie auch noch. Das die Boxen nur selten gegen den Lärm des 4C ankommen mag ihnen verziehen sein, schließlich ist so ein ausgeräumter 1750er ein echter Krawallbruder. Aber: Hut ab Alfa, das hatte ich nicht erwartet! Funktioniert prima und kostet praktisch nix.

Alfa_Romeo-4C_2014_1280x960_wallpaper_5a

Ganz ohne Aufpreis gibt es das Infotainment im Tesla. Wobei, was heißt Infotainment? Ein wahre Touchscreen-Landschaft breitet sich vor den Insassen aus. Alles geht und alles geht flott. Selbsterklärend ist es und was man nicht sofort findet, kann man googlen. Weil im Internet ist der Tesla ja eh immer. Einziger Wermutstropfen ist der Klang. Laut ja, aber nicht wirklich voll. Aber so ist es eben, wenn die Kilowatts in den Antrieb müssen und nicht durch die Endstufen rauschen dürfen. Ansonsten: wie erwartet gut.

Tesla-Model_S_2013_1280x960_wallpaper_1f

Das gilt auch für BMW und Volvo. Beide haben schicke Menüs, können mehr als der Nutzer je verlangt und drücken ordentlich ab. Sehr solide Vorstellung. Kostet aber bei beiden. Umsonst ist eben nur der Tod.

BMW-M4_Coupe_2015_1280x960_wallpaper_64

Fast umsonst wäre auch das Navi im McLaren gewesen. Nicht im Sinne von kostenlos, sondern im Sinne von nutzlos. Womöglich war die Software auf P1 anstelle auf 650S eingestellt. Weil der Bock immer viel zu früh abbiegen wollte. Unangenehm, vor allem wenn das Zoom-Menü gesperrt ist und man sich deshalb nicht „manuell“ Überblick verschaffen kann. Aber so ein Reset in Form einer abgeklemmten Batterie hilft eben immer. Und so wusste der McLaren nicht nur wer, sondern auch wo er war. Einzig das Meridian Sound System mit dem optionalen Upgrade stellte bei geringen Lautstärken Schecks aus, die es etwas lauter nicht mehr decken konnte. Schade irgendwie, nicht bloß ums Geld, sondern weil der 650S ansonsten tatsächlich ein wirklich talentiertes Alltagsauto wäre.

McLaren-650S_Spider_2015_1280x960_wallpaper_4b

Wie der Porsche. Der eigentlich oben im kurzen Abschnitt von BMW und Volvo hätte stehen können. Wenn es kein GT3 wäre. Denn davon erwartet man nicht unbedingt, dass er die volle Infotainment-Klaviatur bespielt. Macht er aber. Weil es eben ein 911 ist. Eigentlich war es also doch klar. Gute Show für gutes Geld. Schwaben-Tipp: die Kohle für Bose oder gar Burmester sparen, die Serien-Tröten tun ihren Dienst sehr gut. Ansonsten hilft der Auspuff-Knopf aus.

Porsche-911_GT3_2014_1280x960_wallpaper_16

Im Subaru WRX STI hingegen hilft gar nichts. Unmotiviert zusammengewürfelte Displays, jedes mit eigenen Bedienfeldern. Logisch, dass da nichts zusammengeht. Charmant ist da höchstens die Klimaanzeige, die auch aus einem Radiowecker der 80er stammen könnte. Das Multifunktionsdisplay ist nett, zeigt aber nur Unnötiges an und warum die Rückfahrkamera winzig klein dargestellt wird, anstatt auf dem großen Navi-Display? Schulterzucken. Genau wie auf die Frage, warum der Subwoofer aussehen muss wie auf der Hutablage vergessenes Campinggeschirr. Vielleicht sollten sich die Entwicklungsabteilungen in Japan ein wenig besser absprechen. Es wird doch möglich sein, ein (!) vernünftiges System hinzubekommen. Nein, das war eher gar nix.

Subaru-WRX_STI_2015_1280x960_wallpaper_0a

Ebenfalls ein Reinfall: der Jaguar. Warum um Himmels Willen kein USB-Kabel gesteckt sein darf, wenn man per Bluetooth den Player koppeln will? Man weiß es nicht. Dafür kenne ich aber nun alle (!) Untermenüs des grobpixeligen Systems. Denn der Aufforderung „Bluetooth-Audio bitte unter Einstellungen aktivieren“ bin ich nicht nur eine gute Stunde nachgekommen, ich hätte auch beinahe mit dem ganz großen Saitenschneider den Kabelbaum gekappt. Bitte, bitte Jaguar: erlöst die Kunden von dieser Unzumutbarkeit. Ein schönes Auto, ein Cruiser noch dazu (teuer auch, eh klar), da wird es doch wohl möglich sein, etwas besseres als diesen altbackenen, unbedienbaren Haufen zu verbauen. Bitte nicht, danke. Der Tipp mit dem USB-Kabel kam im Übrigen nicht vom Jaguar, sondern von Sami, der seinerseits schon einmal einen Kabelbaum im F-Type gekappt hat…

Jaguar-F-Type_R_Coupe_2015_1280x960_wallpaper_a7

Bleibt die Corvette. Als runder Abschluss fast schon auf Augenhöhe mit M4, V60 und GT3. Aber dann und wann hakt es bei der Übersetzung und die Helligkeitsregelung kommt mit den reichlichen Tunnels der Schweiz häufig aus dem Tritt. Die Bose-Lautsprecher schieben hingegen so gewaltig wie der V8 unter der Haube. Zu gewaltig für die Außenspiegelgläser, denn die schüttelt es gerne mal aus der Fassung.

Chevrolet-Corvette_C7_Stingray_2014_1280x960_wallpaper_4f

Die #radical14-Anhörungsrangliste lautet deshalb wie folgt:

  1. BMW mit 5 von 5 Kilowatt
  2. Volvo mit ebenfalls 5 von 5 Kilowatt
  3. Tesla auch 5 von 5 Kilowatt
  4. GT3 mit 4 von 5 Kilowatt
  5. Corvette mit 4 von 5 Kilowatt
  6. McLaren bringt 3 von 5 Kilowatt
  7. Alfa ebenfalls überraschende 3 von 5 Kilowatt
  8. Subaru mit Wohlwollen 2 von 5 Kilowatt
  9. Jaguar dürfte eigentlich gar kein einziges Watt bekommen. Schafft aber doch 2 aus 5 Kilowatt (wenn es denn dann mal läuft!)
  10. Ferrari bekommt Abzug!

Disclaimer: Dass die radical-Männer selbst auf eine andere Rangfolge kommen liegt daran, dass es ihnen rein um die Navigationsfähigkeiten ging. Bei uns mehr so das Großeganze…

4 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: