#radical14: Offenbarung

Man spürt einfach nichts mehr. Rückmeldungsfrei seien diese elektrischen Servolenkungen und überhaupt. Es lenkt nicht gut ein, hat um die Mittellage zu viel Spiel und auch die Hinterachse könnte weniger trampeln.

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So hören wir das immer wieder. Weil man die Autos natürlich am Limit gefahren hat. Immer und überall. Ihre Reaktionen exakt studiert und nun messerscharf zu urteilen hat. Dass man in Wahrheit nur ein paar Mal um den Block und abends in die Kneipe gefahren ist – muss ja keiner wissen.

Auf der Rennstrecke wird das Problem allerdings offensichtlicher. Wenn die Kiste mit hoffnungslos überfahrenen Reifen wieder in die Box kriecht, die Bremsen hingerichtet sind und die Alcantara-Tapezierung den Angstschweiß am Lenkrad kaum aufsaugen konnte etwa. Die Tür geht auf und: Man spürt einfach nichts mehr. Rückmeldungsfrei seien diese elektrischen Servolenkungen und überhaupt. Es lenkt nicht gut ein, hat um die Mittellage zu viel Spiel und auch die Hinterachse könnte weniger trampeln.

Das Auto ist nicht das Problem. Der Fahrer ist es.

Etwa wenn der bis an die Zähne bewaffnete Ferrari 458 Speciale auf der klatschnassen Strecke von Lignières vor dir steht. Und man einen Vergleich mit 991 GT3 und McLaren 650S erwartet.

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Ein Vergleich in was? In wann die Hosen voll sind?

Es wurde dann auch mehr so ein Vergleich der Reaktionen auf den eigenen Dilettantismus. Weil: einen Speciale hier ans Limit bringen? Lächerlich. Die eigenen Fähigkeiten ans Limit bringen? Jederzeit. In jeder Kurve und bei jedem Gasanlegen, beim Anbremsen und beim Schalten. Weil moderne Sportwagen einfach soviel besser sind als der Fahrer. Weil man ihrem Limit nie nah ist. Ganz im Gegensatz zum eigenen.

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Deshalb ist mein #radical14 auch ein ganz subjektives. Für ein objektives bin ich einfach ein zu schlechter Fahrer. Oder ein zu schlechter Lügner.

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