#radical14 – Alfa Romeo 4C

Es war es am Nachmittag nach der Rennstreckenballerei. Das Mittagessen war ausgedehnt, der Kaffee lecker und die Führung durch die Oldtimergalerie Toffen großartig. Doch ich konnte noch nicht heim, nicht mit den anderen der Grillwurst entgegenstreben, sondern musste warten. Auf den Schlüssel zum schönsten Auto der Welt. Denn die Chance im 330 GTO zu sitzen kommt im Leben einfach nur einmal. Und so ist es dann auch ein bisschen später geworden. Die Sonne verschwand bereits über den Bergkuppen und am Parkplatz wartete nur noch der geduldige Chali am GT3. Und eben der Alfa 4C.

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Die Heimfahrt war nicht weniger als atemberaubend. Wenn Du auf winzigen Schweizer Landsträßchen einem 991 GT3 folgen musst, der sich gerade mit 9000 Umdrehungen in die Umlaufbahn schießt, dann bist Du im 4C genau richtig.

Immer schön früh aufs Gas, damit der Turbolader der Alfa mit voller Wucht aus der Ecke reißt. Tapfer am Gas bleiben, damit das Taktventil freudig zwitschernd den vollen Ladedruck aufrechthält und dann einfach die Gängen reinschnicken. Ein Fest. Es schnaubt, schnauft und tobt hinter Dir, infernalisch, wunderbar. Nie reißt die Kraft ab, solange Du den kleinen Schwarzen auf Zug hältst – oh ja, Doppelkupplungsgetriebe sind etwas Wunderbares.

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Wie er sich so am GT3 festsaugt ist fantastisch. Und wo Du den 911 heftig einfedern, lastwechseln und umsetzen siehst, geht es im Alfa ganz cremig. Er tanzt, er springt und wechselt die Richtung wie ein Hase, dem man eine Porsche-Karotte vor die Nase gehängt hat. Und dann wäre da noch die Bremserei. Während der Elfer schon wütend zusammengefaltet werden muss, legt der 4C noch ordentlich Tempo drauf. Im letzten Moment dann, wenn Dir Dein 1500kg+ geeichtes Hirn schon lange und eindringlich das Stop-Schild vor das geistige Auge gehalten hat, steigst Du dann so richtig rein. Klar, nervös wird er dann schon ein wenig. Aber er trifft den Scheitel perfekt. Wunderbar transparent, wunderbar gefühlvoll und vor allem: wunderbar leicht.

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Weil leicht sein das Beste ist, was einer Fahrspaßmaschine passieren kann. Hier tobt keine Materialschlacht, hier braucht es keine klebrigen Supersportreifen, keine Driftwinkelkontrollen und keine Sport Plus-Modi. Hier braucht es einfach Dich. Und wenn Du den Alfa nicht fährst wie der erste Mensch, dann wird er Dich nie vor unlösbare Aufgaben stellen.

Klar, auf der Bremse einlenken, das mag er nicht. Auch darfst Du nicht zu schnell in die Ecke, da rutscht er dann einfach beleidigt vorne weg. Mit Gewalt kannst Du ihn auch zum Übersteuern bringen, doch dann solltest Du schnell sein. Weil: Ist halt kein Golf GTI. Mittelmotor, Italiener, verstehste.

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Wenn Du Dich aber konzentrierst, ganz tief unten das Gespür für die saubere Linie wieder ausgräbst und Dich aus diesem ganzen modernen Leistungsüberfluss- und Regelungelektronik-Kokon entpuppst, dann ist der 4C nicht weniger als eine Offenbarung. Superbeweglich und doch nie aggressiv. Schnell ist er, direkt und pur.

Das Beste aber ist: er ist nicht zu schnell. Klar, das reißt wirklich tüchtig an und es wird sicher Gegner mit doppelter Leistung geben, die dem Alfa bloß hinterherschauen können – aber 240PS sind eben nur 240PS. Man kann sich am röhrenden, patschenden und hustenden Geräuschinferno kurz vor dem Drehzahlbegrenzer immer und immer wieder erfreuen. Und obwohl Du ständig in den Sechstausendern fräst, fährst Du im 4C trotzdem nicht immer sofort Lichtgeschwindigkeit.

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Denn der Schwarze ist immer genau richtig. Er ist leicht, ohne dabei auf alles zu verzichten. (Klima und Bluetooth gibt’s und funktioniert!) Er ist schnell, aber eben nie zu schnell. Er ist seinen Preis wert, er ist schön und er ist sparsam. Am Wichtigsten ist aber: er ist eine berauschende Fahrmaschine.

(Und nein, mit Handschaltung wäre er nicht besser, ganz im Gegenteil. Mit Handschaltung würde er überhaupt nicht mehr funktionieren. Denn dann würde Dich das Turboloch nach jedem Schalten in tiefe Trauer stürzen!)

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#radical14, was bisher geschah:

radical14 – warum?
Mechtel is back.
Der Sound-Check.
Die Navis .
Die Anhörung.
Chalis Jaguar F-Type Coupé R.
Peters BMW M4
Chalis Volvo V60 Polestar
Sebastians Sound-Check
Mechtels Offenbarung
Peters Subaru WRX STI

Was andere über #radical14 und die entsprechenden Autos denken, kann man über die folgende Linkliste verfolgen:

Asphaltfrage
Chromjuwelen
Mein Auto Blog
Motorkultur
Passiondriving
V12media.

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