Im Paradies

„Natürlich, gar kein Problem, wir können ins Lager und uns die Autos schon einmal ansehen. Auch im Archiv können sie sich umschauen, ich habe da schon etwas Material vorbereitet. Mit der Werkstatt ist auch abgesprochen, dass einige der Exponate, die nicht in die Ausstellung gehen, zum Fahren bereit sind.“

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Wir halten fest: es geht um das streng geheime Porsche Fahrzeuglager, in dem sich nicht nur Bandabgänger und sonstige Kostbarkeiten, sondern auch ungesehene Einzelstücke, Prototypen, Rekordwagen und Zeugs, wie es in seiner Schrägheit eben nur Porsche in den wildesten Jahren zusammenbrachte, neben- wie übereinander stapeln. Dazu dann: das Archiv; gigabyteweise nie veröffentlichter Bilder, Designzeichnungen, Prospektmaterial, Lastenhefte und ordnerweise Sitzungsprotokolle von Entwicklerrunden. Vor dem Museum parkend: Porsche 937 und 968 Clubsport Cabriolet. Der Eine ist natürlich der 924 Carrera GT, der andere ein absolutes Einzelstück, das sie selbst erst vor einiger Zeit in irgendeiner Ecke „gefunden“ haben.

Es sind Legenden wie diese, die das Wühlen in der Vergangenheit der Marke aus Zuffenhausen so spannend machen. Manche der Geschichten sind beinahe so unglaublich, dass man sie für frei erfunden halten würde, wenn sie nicht Dieter Landenberger höchst selbst erzählen würde.

Und es war dann auch eine große Geste und großes Vertrauen, dass er uns einige davon erzählen lässt – denn er war es, der uns am Telefon locker das eingangs erwähnte Zitat entgegenrief und uns Anfang März für ein paar Tage ins Paradies einlud.

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Oben: 924 Carrera GT Prototyp mit original 1991 abgelaufenem TÜV vor 924 Weltrekordwagen, der nie einen einzigen Meter auf irgendeiner Straße fuhr. Darunter: 924 Carrera GT Kamerafahrzeug/Lastenesel vor unserer Ausfahrt.

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Rosa: Bordenmarkierungen zur reproduzierbaren Aufstellung der Panoramashots. Wegen der continuity.
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Unfassbar: 928 mit 924 Carrera GT-Hutze in GFK-Haube über 944 turbo-Motor in einer Art maritimblau.

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Panorama: Gigapixelshot von Teymur. Mehr dazu auf teymurvisuals.com

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Erkannt: Den Porsche 904/8 verrät der seitliche Lufteinlass, #008 das Kennzeichen.

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Nachts: 996 GT1 Straßenversion nackt. Zumindest innen.

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Auch nachts: BBS Mehrteiler an VLN-Siegerwagen. Übrigens ein gebrauchter 928-Prototyp, der ohne Modifikationen gefahren wurde.
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Upside-down: 935 fällt gleich auf 956.

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Schön leer: nachts im Museum stört keiner. Außer das Licht, das haben wir deshalb später ausgemacht.

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Einzelstücke unter sich: Porsche 928 Shooting Brake mit Selbstmördertüren und elektrisch verstellbaren Einzelsitzen im Fond mit Kameramann und hochprofessionellem Slider.

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Wer nun noch mehr Vorgeschmack braucht, dem sei ein kleiner Vorabblick, auf die aktuelle Parkordnung im Museum gestattet:

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„Die Transaxle-Ära. Vom 924 bis 928.“ ist ab heute bis zum 16. Oktober 2016 im Porsche-Museum zu besichtigen.

Am 22. Mai, dem „Internationalen Museumstag“, lädt das Porsche-Museum zum „Transaxle Day“ ein. Neben freiem Eintritt an diesem Sonntag wird es mehrere Führungen durch die Sonderausstellung geben. Darüber hinaus wurden Privatbesitzer eingeladen, ihre Transaxle-Fahrzeuge auf verschiedenen Parkflächen um das Museum ausstellen. Diese können auf dem Vorplatz vor dem Museum und vor der Niederlassung begutachtet werden. Ein Höhepunkt wird der Transaxle-Talk darstellen, bei dem maßgeblich beteiligte Zeitzeugen in der museumseigenen Werkstatt auf die Entwicklung und Erfolge der Typen 924, 928, 944 und 968 zurückblicken.

Das Porsche-Museum hat dienstags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

Unser großer Dank gilt an dieser Stelle Dieter Landenberger, Astrid Böttinger, Helga Ohlhäuser und natürlich dem Team aus der Museums-Werkstatt und dem Werksschutz. Die Geschichten werden abwechselnd hier, auf radical-mag, bei der Auto Revue, aber auch bei tracktools.info und evocars laufen. Die ganze Bandbreite an schönen Fotos wird sich bei Teymur finden und der große große Film dann, natürlich, bei fuenfkommasechs (oder: dreikommaacht? Auf jeden Fall aber bei: Johannes Schlörb)

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