mean machine – Jaguar F-Type Coupé R

Schönheit ist selten ein Problem. Vor allem: Schönes braucht meist nichts Begleitendes. Muss nicht besser, schneller, stärker oder preiswerter sein. Schönheit allein macht begehrenswert.

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Doch sie trübt oft auch den Blick. Schönes muss gut sein. Und wenn nicht, dann sehen wir es nicht, weil wir es nicht sehen wollen.

So auch beim Jaguar F-Type Coupé. Ein Automobil wie eine Skulptur. Geschaffen um zu begeistern. Selbst wenn es nicht fahren könnte – man würde es sich einfach hinstellen. Es anschauen, anfassen und hingerissen sein.

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Schönheit ist alles. Oder muss man den Briten am Ende doch mit ganz normalen Maßstäben messen?

Scheinbar soll man sogar. Stolz wird auf Aluminium-Bauweise verwiesen, auf eine hydraulische Servo, massive Bremsen, grobe Verwindungssteifigkeit und die serienmäßige Hinterachssperre.

Dazu stellen sie Dir das Auto dann auch noch auf die Rennstrecke. Selbstredend in der vollen Eskalationsstufe, als 550PS starker R. Fast, so scheint es zumindest, als ließe sich die meterlange Haube nur mit Mühe über den mächtigen V8 stülpen, dessen Kompressor extra Belüftungsöffnungen braucht, um nicht in der eigenen Glut zu schmelzen. Denn Feuer hat er, keine Frage. 680Nm sind genug um jederzeit das Heck zuerst in die Kurve zu schicken.

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Und genau hier liegt das Problem. Im Dynamic-Modus, also dem mit dem gelockerten Sicherheitsnetz und der extra direkten Gasannahme, dosierst Du den Vortrieb quasi digital. Entweder geht nix, oder direkt alles. Und alles ist meist etwas schwer zu derreiten. Da bremst Du in heroischer Manier auf dem letzten Meter die Müllenbachschleife an, lenkst scharf ein und freust Dich über die Rasanz dieses Manövers, bei einer gleichzeitigen Transparenz, die moderne elektromechanische Lenkungen einfach nicht bieten können, um es dann im Scheitel zu versauen.

Gefühlvoll – dachtest Du zumindest – das Gas angelegt, doch die dynamische Adaption reißt Dir die Drosselklappe sofort auf Durchzug, lässt den Kompressor in aller Mächtigkeit anblasen und die Fuhre läuft direkt aus dem Ruder. Die Hinterachse hat nicht den Hauch einer Chance gegen das mächtige Drehmoment und schmiert, begleitet von einer dichten blauen Fahne verbrannten Gummis, cremig davon.

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Das F-Type Coupe ist in der R-Version einfach kein Sportwagen. Es ist ein hot rod, eine mean machine, ein muscle car ältester Schule. Keine feine Klinge, sondern der grobe Hammer. Und wenn man das verstanden hat, dann ist der Jaguar ein großartiges Auto. Schön, schnell und vulgär. Man muss es eben wollen.

Ein Charmeur, ein Auto zum Flanieren, zum Gutaussehen. Das kann der F-Type besser als jeder 911. Und weil Kunden in dieser Preisregion ein Auto in größter Mehrheit nicht als Zeitenfeile kaufen, wird das F-Type Coupé tüchtig einschlagen. Hier kann man ein bisschen Prolet sein, Kraftmeier und Wahnsinniger. Muss kein Stratege sein, keine stete Analyse von Ideallinie und Streckenbeschaffenheit durchführen.

Es passt zu Jaguar. Briten spielen eh lieber Rugby. Schach ist was für die anderen.

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