Zukunft serienmäßig – IAA 2011 – der Überblick

In einer Woche geht sie wieder los, die Internationale Automobil Ausstellung in Frankfurt. Dieses Jahr unter dem Motto: Zukunft serienmäßig. Wir sind gespannt und werden auf jeden Fall in bewährter asphaltfrage.de Manier von den Neuheiten und Ideen der Hersteller berichten. Hier vorab schon einmal die Highlights:

Alfa Romeo: Ein Automobilenthusiast ist nur dann wirklich einer, wenn er einmal eine bella macchina besessen hat – so zumindest die einschlägige Meinung der Experten. Aber dennoch, mit der 4C macht es uns nicht leicht. Uns stört weniger die Tatsache, dass er bereits auf dem Genfer Salon stand und für Frankfurt nur umlackiert wurde, nein, es ist seine Form. Waren die Italiener früher die Meister der Ästhetik, so lässt uns der Mittelmotorsportler ein wenig fragend zurück. Warum diese Kanten, warum diese Brüche in der Seitenlinie? Wie schön wäre er geworden, hätte man die Sprache des 8C weitergeführt? Doch es gibt auch Dinge die uns erfreuen, einen Motor zum Beispiel, der sich „1750 turbo benzina“ nennen darf und mit seinen über 200PS die weniger als 900kg Leergewicht des Alfa 4C scharf anschieben wird. Zumal das Aggregat mittig und der Antrieb hinten sitzt. Weitere Neuheiten: trockenes DKG für die Giulietta, Twin-Air für den MiTo.


Aston Martin: Der V12 Zagato war ein echter eyecatcher beim 24h-Rennen in diesem Jahr. Mit viel Gefühl für die Markenhistorie wurde dem (damaligen Desaster) DB4 GT Zagato ein fantastischer Nachfolger zur Seite gestellt. Die Rennversion des Neuen sah beinahe verboten hinreißend aus. Angefangen von den hübsch silbern verpackten Endschalldämpfern, über den riesigen Diffusor, bis hin zu den chrakteristischen double-bubbles. Doch auf der Straße zieht das Ganze plötzlich nicht mehr, der Zagato wirkt zu wenig präsent, die vorher gelobten Details wirken unpassend und aufgesetzt. Doch genau so war es auch beim Original von 1961. Und so eint die Beiden auch der Preis, war doch auch der in Italien eingekleidete DB4 damals hoffnungslos überteuert: Aston Martin nennt 330.000 Pfund – was in etwa 200.000 Pfund mehr sind, als für die technische Basis V12 Vantage verlangt wird. Selbstredend wurde an der Technik nichts verändert… Weitere Neuheiten: Fehlanzeige.


Audi: Was kostet die Welt? So oder zumindest so ähnlich scheint derzeit die Marschroute der Ingolstädter zu lauten. Nicht nur, dass man seit knappen drei Monaten den Messestand in Frankfurt aufbaut, man stellt dort gleich beinahe ein Dutzend neuer Modelle aus. Geht man nach dem Urteil der Audi-Pressemannschaft wird das Urban Concept der Renner der IAA werden. Wir können uns zwar a) nicht vorstellen, dass es der zweisitzige Elektro-Einbaum wirklich in Serie schafft und b) wenn doch, trotzdem nicht als Lösung für unser Mobilitäts-Problem der Zukunft gelten kann. Vielleicht sind wir aber auch einfach zu altbacken und konservativ. Doch Audi wäre nicht Audi, hätte man nicht für auch ein Bonbon für die oldschool: den neuen 4-Liter-Biturbo V8. Klar, viele werden dem Zehnzylinder mit den italienischen Wurzeln nachweinen, aber außer gut klingen und zuviel trinken konnte das alte Triebwerk nicht wirklich etwas. Der Neue darf in S6 und S7 mit bescheidenem Ladedruck 420PS und 550Nm herauslassen, im Flaggschiff S8 flöten die beiden Turbos ein wenig energischer und bringen den Output auf 520PS und satte 650Nm. Dass dabei alle Register zum Spritsparen gezogen werden ist eh klar, wenn auch die Renaissance der Zylinderabschaltung für ein wenig Verwunderung bei uns sorgt. Doch die Entwickler werden uns in der kommenden Woche wohl erklären wieso, weshalb und warum. Weitere Neuheiten: Die Elektro-Studie A2, die nun noch Kapital aus dem Nerd-Image des Vorgängers schlagen soll, A5 und S5 Facelift und sicher auch wieder eine scharfe R-Studie.


BMW: Motorenwerke bleiben Motorenwerke. Diesen Eindruck hat man derzeit, wenn man an BMW denkt. Die Münchner spielen eine Vorreiterrolle, was das Thema Elektrotraktion angeht und mit den Modelle i3 und i8 stehen auf der IAA die beiden wohl seriennahsten Studien mit Elektroantrieb von allen deutschen Premiumherstellern. Wie schon bei Audi fällt es uns zwar schwer sich auf die neuen Gegebenheiten einzulassen, doch das Marketing ist bei BMW schon deutlich weiter. Man spricht nicht mehr von Karosserie und Fahrgastzelle, sondern von einem „drive and life Modul“. Dass dahinter harte Ingenieursarbeit steckt mag man kaum vermuten, doch die Chassis der beiden Elektroboliden bestehen zu großen Teilen aus CFK. Die Investitionsanstrengungen beim Thema Großserienfertigung von Faserverbundwerkstoffen scheinen sich also zu lohnen, denn BMW meint es mit dem Serienanlauf wirklich ernst. Damit der Spaß nicht zu kurz kommt gibt es natürlich Heckantrieb und mindestens 170 Elektro-PS (i3). Der i8 kommt mit einer Systemleistung von über 300PS auf die Messe, wovon 223 dem 1.5 Liter-Dreizylinder-Benziner entlockt wurden, der wie schon die neuen 2-Liter-Vierzylinder auf den 500ccm-Einheits-Zylinder aufbaut. Wenn das alles zu sehr nach Magerstufe klingt, für den gibt es aber natürlich auch diverse Vollfett-Varianten auf der IAA. So zum Beispiel der neue M5, 4.4 Liter Twinturbo-V8, 560PS, 680Nm praktisch von Leerlauf an bis über 5000min, 4.4 sec (kein Allrad!) und 305km/h Spitze. Das Ganze braucht dabei wohl nur 9.9 Liter Super auf 100 Kilometer. (Ob man dafür allerdings 50 Kilometer schieben muss ist noch unklar.)


Cadillac: The comeback of cool. Die edle GM-Tochter darf sich wieder voll um die lässigen Seiten des Autofahrens kümmern. Ob nun konventionell, hybrid, oder elektrisch scheint dabei egal zu sein, denn mit der Studie ELR zeigen die Amerikaner den bisher schönsten Ansatz zum Thema Elektroauto. Wirken die technischen Brüder Chevy Volt und Opel Ampera noch etwas gewollt modern, so ist der ELR einfach gelungen. Kantig, scharf, schlüssig. Man munkelt dass man ihm ein wenig mehr als die 150-Elektro-PS der Brüder spendiert hat und so wird auch sein Preis etwas über den 43.000 EUR des Opel Ampera liegen. Aber im Ernst: wer will noch einmal in einen Prius einsteigen, wenn er einen ELR gesehen hat?

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